Als Vogelwart auf der Nordseeinsel Scharhörn
Dienstag Bilder-Vortrag im Naturkundemuseum im Marstall
Am Dienstag, 7. September, berichtet Wolfgang Lippek um 19.30 Uhr im Naturkundemuseum im Neuhäuser Marstall auf Einladung des Naturwissenschaftlichen Vereins Paderborn über seine Zeit als Vogelwart auf der Insel Scharhörn. Zusammen mit seiner Frau verbrachte er einen Sommer auf dieser kleinen Nordseeinsel im Wattenmeer. In seinem Bilder-Vortrag erzählt er vom Leben in einer einfachen Holzhütte ohne Strom und fließendes Wasser und den vielfältigen Naturbeobachtungen. Im Auftrag der Vogelwarte Helgoland erfasste das Ehepaar Lippek den Brutvogelbestand, der damals ca. 2700 Paare betrug und vor allem aus Austernfischern und Fluß- und Küstenseeschwalben bestand. Sie beringten über 4000 Brut- und Zugvögel und registrierten den Vogelzug nach Arten, Anzahlen und Zeiten. Bei Ebbe wurden Gäste von der sieben Kilometer entfernten Insel Neuwerk über Scharhörn geführt und ihnen die Bedeutung des Vogelschutzes erläutert. Kontrollgänge entlang des Flutsaums oder in die Weite der Watten bis in die Nähe der Seehundsbänke versprachen immer kleine Überraschungen. Der rege Schiffsverkehr im nahen Fahrwasser der Elbe in Richtung Hamburg / Nordostseekanal sowie hinaus auf „hohe See“ weckte allerdings auch immer wieder Sehnsucht nach der Ferne. Der Lieblingsvogel wurde für die Lippeks die Brandgans. Für sie stellten sie Kunsthöhlen aus Treibholz her, da es auf der kleinen Insel keine natürlichen Erdlöcher gibt. Ganz besondere Höhepunkte waren die Beringung von so seltenen Vogelarten, wie Wendehals, Nachtigall und Rotsternigen Blaukehlchen. Aber auch das Beobachten der riesigen Schwärme nahrungssuchender Vögel im Watt waren unvergessliche Erlebnisse. Auf dem Höhepunkt des Vogelzugs zählten sie einmal bei Flut über 100.000 Vögel im Nahbereich der Insel Scharhörn.