Erster Weltkrieg als Medienereignis

Vortrag im Neuhäuser Marstall

"Der Erste Weltkrieg als Medienereignis" lautet der Titel des Vortrags von Dr. Rainer Pöppinghege. Im Rahmen der Ausstellung "Der Krieg auf der Bildpostkarte" wird ihn der Privatdozent der Universität Paderborn am Sonntag, 19. September, 11 Uhr im Vortragssaal der Museen im Neuhäuser Marstall halten. Die mediale Mobilisierung unterscheidet den Ersten Weltkrieg von allen vorherigen Kriegen: Er war eine Zeit der Intensivierung und Ausweitung der Presseberichterstattung aber auch des privaten Schriftverkehrs. Tageszeitungen berichteten über den Krieg, neue Medien, wie der Film, traten hinzu; es kursierten täglich Millionen von Feldpostbriefen zwischen Front und Heimat. So ist wohl während keinem anderen weltgeschichtlichen Ereignis von den Zeitgenossen mehr publiziert und gelesen worden als in den Jahren zwischen 1914 und 1918. Intensiver als je zuvor versuchten die Regierungen die öffentliche Meinung im in- und Ausland für ihre Zwecke zu beeinflussen. Doch nicht nur die überregionale Presse und die staatliche Zensur verdient Beachtung. Das Mitteilungs- und Informationsbedürfnis der Menschen wurde auch durch Feldpostkarten, Soldaten- und Kriegsgefangenenzeitungen, Fotos und Gedichtbände gestillt. Selbstverständlich griff die Werbung den Krieg als Thema auf. Der Vortrag widmet sich der medialen Vielfalt, die während des Ersten Weltkriegs entstand. Priv.-Doz. Dr. Rainer Pöppinghege lehrt seit 1998 Neueste Geschichte an der Universität Paderborn. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Kommunikationsgeschichte des Ersten Weltkriegs, zu der er 2004 auch seine Habilitationsschrift mit dem Titel „Im Lager unbesiegt. Deutsche, britische und französische Kriegsgefangenen-Zeitungen im Ersten Weltkrieg“ vorlegte.