Musik- und Theaterlandschaft in OWL langfristig sichern

Machbarkeitsstudie soll verstärkte Zusammenarbeit prüfen

Die Musik- und Theaterlandschaft in Ostwestfalen-Lippe soll langfristig gesichert werden. Wie dies durch eine verstärkte Zusammenarbeit geschehen kann, soll eine Machbarkeitsstudie klären. Initiatoren der Untersuchung sind die Kreise Herford, Lippe, Paderborn und die Städte Detmold, Herford und Paderborn. Das Land NRW wird das Vorhaben finanziell fördern. Auch der Kulturausschuss der Stadt Paderborn hat in seiner letzten Sitzung diese Vorgehensweise zustimmend zur Kenntnis genommen. Konkreter Anlass ist die Situation der Nordwestdeutschen Philharmonie. Das weitere Fortbestehen des einzigen Landesorchesters in Ostwestfalen-Lippe ist akut gefährdet, da zuletzt Mitgliedsstädte aus dem Trägerverein ausschieden und ihre Zahlungen für die NWD einstellen. Von möglichen Veränderungen sollen auch das Landestheater Detmold und die Westfälischen Kammerspiele in Paderborn profitieren. Auch sie sollen für die Zukunft strategisch gut aufgestellt werden. Hintergrund für den gemeinsamen Vorstoß der Städte und Kreise gemeinsam mit der Landesregierung ist die finanzielle Notlage der kommunalen Haushalte. Allein ist kein Kreis und keine Stadt auf längere Sicht mehr in der Lage, die weitere Existenz der kulturellen Einrichtungen zu garantieren. Nur gemeinsam, darin sind sich die Vertreter der kommunalen Gebietskörperschaften einig, kann ein qualitativ hochwertiges Musik- und Theaterangebot gewährleistet werden. Die Machbarkeitsstudie wird prüfen, ob und wie durch eine verstärkte Zusammenarbeit der Orchester und Ensembles bei Erhalt des Leistungsspektrums finanzielle Einsparungen erreicht werden können. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen bis Sommer 2011 vorliegen. Eine zwingende Vorgabe für die Machbarkeitsstudie ist der Erhalt der drei Produktionsstätten in Herford, Detmold und Paderborn, basierend auf den bestehenden Einrichtungen Nordwestdeutsche Philharmonie, Landestheater Detmold und Westfälische Kammerspiele. Eine Fusion, etwa mit einer Generalintendanz, ist nicht im Sinne der Auftraggeber. Ostwestfalen-Lippe als prosperierende Wirtschaftsregion braucht eine attraktive Kulturlandschaft. Weiche Standortfaktoren werden in Zeiten des Fachkräftemangels zu einem maßgebenden Kriterium bei einer Entscheidung für oder gegen eine Region. Deshalb braucht Ostwestfalen-Lippe seine eigenen Theater und Orchester, die hier verankert sind, sich mit OWL identifizieren und der Region ein Gesicht nach außen und nach innen geben. Kreativität als Markenzeichen, sei es in ökonomischer oder in kultureller Hinsicht, muss in OWL ihren Sitz haben. Es nimmt einer Region die Unverwechselbarkeit, wenn sie nur noch auf Kulturimporte setzt. Auch die Nachhaltigkeit und damit die Qualität der Arbeit sinkt, wenn man keine eigenen Theater und Orchester mehr hat. Deshalb muss die Musik- und Theaterproduktion hier weiterhin auf höchstem professionellem Niveau gewährleistet werden. Das wird aber nur gelingen, wenn die politischen Gremien in den Kreisen und Kommunen sich dazu klar bekennen und jetzt entsprechend handeln. Nur dann ist auch die Unterstützung durch die Landesregierung gewährleistet.