Die Buche im Ballen
Neue Wege beim Anpflanzen im Paderborner Stadtwald
Sie sind winzig, kaum sichtbar, nur der Ballen am Fuß wirkt mächtig: Die zehn Monate alten Buchen und die gleichaltrigen Douglasien, die derzeit im Neuenbekener Wald gepflanzt werden. Und das mit einer im ostwestfälischen Forstwesen seltenen Methode. Gepflanzt wird mit dem Ballen als so genannten "Jiffy Topf". Das hat den Vorteil, dass mehr der insgesamt im Neuenbekener Forst gepflanzten 3.000 Buchen und 1.000 Douglasien überleben. Stadtförster Klaus Wullenweber erklärt: "Die Pflanzen bilden sehr viele Faserwurzeln, wachsen dadurch besser an, können Trockenperioden besser überstehen und haben später eine höhere Standfestigkeit." Zudem seien Folgeschäden durch Wurzeldeformationen wie bei herkömmlichen Pflanzverfahren selten. Auch Forst-Azubi Angela Heuter von der beauftragten Firma Forst-Services Schulmeister Hövelhof kann nur Gutes über die neue Pflanzmethode berichten. "Mit dem komplett gelieferten Wurzelsystem müssen die Pflanzen nach der Lieferung zunächst nicht in die Erde eingegraben werden, damit sie nicht vertrocknen. Im Wald wird dann mit einem Pflanzrohr ein Loch in den Boden gebohrt. Das ist deutlich rückenschonender als das bisherige", weiß sie aus Erfahrung. Mit dieser Methode könne auch außerhalb der normalen Pflanzperiode gepflanzt werden. Klaus Wullenweber weiß, warum die Ballen-Methode so erfolgreich ist: Wie aus dem Erwerbsgartenbau bekannt, entpuppe sich auch im Wald der Ballen schnell als kleines Kraftpaket, das alles besitze, was ein Samenkorn, ein Steckling oder Sämling brauche: Torf als Basis für gesundes Wachstum, Kalk zur Regelung des pH-Wertes, einen ausgewogenen Nährstoff-Mix, der Keimung und Wurzelbildung beschleunige.