Och, das kennen wir doch schon
Wenn ein Kindergarten zum Haus der kleinen Forscher wird
Dass die Mädchen und Jungen der städtischen Kindertageseinrichtung "Unter dem Regenbogen" ihrem Alter entsprechend fit sind, wenn es um die Naturwissenschaften geht, das hat Dr. Marcus Berg ganz deutlich zu spüren bekommen. Der Koordinator des Lokalen Netzwerkes Paderborn der Initiative "Haus der kleinen Forscher" hat bei seinem ersten Besuch den Kindern das Experiment mit einem Luftballon vorgeführt. Damit soll die statische Aufladung verdeutlicht werden. An den Haaren gerieben, haftet der Luftballon regelrecht an der Wand und fällt nicht runter. Gerade als er den Ballon reiben wollte, hakte ein Filius ein und bemerkte recht gelangweilt. "Och, das kennen wir doch schon". Wen wundert es bei dieser Wissenlage, dass dem Kindergarten an der Brakeler Straße nunmehr die Auszeichnung "Haus der kleinen Forscher" zuerkannt worden ist. Seit zwei Jahren sind die Kinder und die Erzieherinnen unter Leitung von Ulrike Westphalen an diesem Thema dran. Insbesondere habe sich Erzieherin Susanne Wenke seit Jahren sehr engagiert, inzwischen hätten mit Beatrix Hillebrand, Tatjana Orth und Sabine Brockmeyer weitere Erzieherinnen entsprechende Fortbildungen absolviert, so Westphalen. Für die kleinen Forscher und ihre Erzieherinnen ist es deshalb auch nur folgerichtig, dass sie an den von der Stadt, der Uni und dem Heinz Nixdorf MuseumsForum durchgeführten Wissenschaftstagen vom 18. bis 22. Juni teilnehmen werden. "Es geht um das spielerische Erforschen von Alltags-Phänomenen mit ganz gewöhnlichen Dingen, wie Strohhalmen, Knete oder Luftballons", so Berg, der ein wachsendes Interesse am "Haus der kleinen Forscher" ausmacht. Für Ulrike Westphalen kommt das nicht überraschend. "Experimente haben die Kinder schon immer gerne gemacht. Dank der Initiative können wir diesen Forscherdrang jetzt in die richtigen Bahnen lenken", sieht sie die Unterstützung für die Erzieherinnen als wertvolle Hilfe. "Für uns ist das ein wichtiges und wertvolles Projekt, weil sich Kinder frühzeitig mit naturwissenschaftlichen Ideen auseinandersetzen können", sieht Wolfgang Walter, Beigeordneter der Stadt Paderborn, den Sinn des städtischen Engagements. Deshalb werde man auch künftig weitere Kindergärten zu Häusern der kleinen Forscher machen.