Weniger Alkohol in Kinderhand
Paderborner Aktionsbündnis zeigt in der Stadt Erfolge
Entgegen dem bundes- und auch kreisweiten Trend haben in der Stadt Paderborn die durch Alkoholmissbrauch verursachten Klinikeinlieferungen von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren abgenommen. Mit 35 Fällen in der Paderborner Kinderklinik wurde im Jahre 2010 die niedrigste Zahl der letzten vier Jahre registriert. „Leider hat sich diese Entwicklung nicht in der ganzen Region vollzogen, aber die Entwicklung in der Stadt Paderborn hat gezeigt, dass eine Kehrtwende möglich ist und wir auf dem richtigen Weg sind“, sieht Marco de Luca erste positive Ansätze. Der Sozialarbeiter, der das Paderborner Aktionsbündnis „Kein Alkohol in Kinderhand“ koordiniert, macht dafür insbesondere die vom Bündnis getragenen Maßnahmen und Aktionen verantwortlich. Seitdem das Aktionsbündnis Ende 2008 unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Heinz Paus ins Leben gerufen wurde, seien nicht nur die Klinikfälle, sondern auch der Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen nachweislich zurückgegangen. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit Ordnungsamt, Polizei sowie Caritas-Suchtkrankenhilfe und St. Vincenz Kinderklinik sei ein stabiles Fundament für die positive Entwicklung. Flankiert wird diese Zusammenarbeit von weiteren Bündnispartnern, die maßgeblich die Arbeit unterstützen und ebenfalls Einfluss auf die Umsetzung des Jugendschutzes nehmen. Basierend auf den drei Säulen „Aufklärung, Beratung und Kontrolle“ konnten mit zahlreichen Aktivitäten viele Familien und Kinder frühzeitig erreicht und Folgen verantwortungslosen Alkoholkonsums aufgezeigt werden. Mit einer ganzen Reihe Maßnahmen hat sich das Paderborner Bündnis auch von denen in anderen Städten und Kreisen abgehoben. Als wirkungsvoll erwiesen hat sich insbesondere die deutlich verstärkte und qualifizierte Elternberatung im Rahmen eines Modellprojektes der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sowie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Voraussetzung, um Eltern und Kinder zu erreichen und an einem abgestuften Beratungskonzept von Jugendamt und Suchtkrankenhilfe teilnehmen zu lassen, ist auch die enge Zusammenarbeit mit Polizei und dem Büro für Ordnung, Schutz und Sicherheit (B.O.S.S.). Im Rahmen verstärkter Kontrollen und regelmäßiger Mitteilungen ans Jugendamt können gefährdete Kinder und Jugendliche ausgemacht und die Familien gezielt angesprochen werden. Je nach Problemlage werden den Betroffenen Hilfeangebote gemacht, die oftmals dankbar angenommen werden. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Entwicklung eines Handlungskonzeptes zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden mussten. „Es reicht nicht, Plakate aufzuhängen, Kampagnen zu fahren und Kontrollen nur anzukündigen, eine nachhaltige Arbeit zeichnet sich durch direkten Kontakt – egal ob im Rahmen von Aufklärung oder Kontrolle – mit den konsumierenden Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien aus“, so Marco de Luca. Er weiß, dass noch viel zu tun bleibt, sieht den eingeschlagenen Weg jedoch als den einzig richtigen an. „Wir haben positive Signale für Kinder, Jugendliche und Eltern gesetzt und werden diese mit gleicher Intensität aller im Aktionsbündnis vertretenen Kräfte weiter verfolgen.“ Partner im Paderborner Aktionsbündnis „Kein Alkohol in Kinderhand“: AOK NordWest AWO Kreisverband Paderborn e.V. BARMER GEK Paderborn Caritas-Verband Paderborn e.V. Diakonie Paderborn-Höxter e.V. KIM Soziale Arbeit e.V. Kreis Paderborn Kreispolizeibehörde Paderborn Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Sprecherin der Paderborner Kinder- und Jugendmediziner Stadt Paderborn Stadtsportverband e.V. Sportjugend im Stadtsportverband e.V. Werbegemeinschaft Paderborn