Wertvoll auch für die Städtefreundschaften

Ehrenamt auch in den Partnerstädten wichtiges Thema

© Stadt Paderborn

"Bürgerschaftliches Engagement hält als ein wertvoller Klebstoff einen großen Teil unserer Gesellschaft zusammen". Dieser Satz aus der Rede von Birgitt Lammert, Teamsprecherin vom Paderborner Projekt "Marktplatz für Bürger-Engagement" hatte durchaus weitergehende Bedeutung. Denn bei der Vorstellung ihres Projektes beim Internationalen Partnerschaftstreffen im Paderborner Rathaus war das Ehrenamt das Bindeglied auch zwischen den Partnerstädten. Delegationen aus Paderborns französischer Partnerstadt Le Mans unter der Leitung des stellvertretenden Bürgermeisters Yves Ollivier und aus der englischen Partnerstadt Bolton unter der Leitung von Bürgermeister Noel Spencer tauschten sich über dieses Thema aus. Paderborns Bürgermeister Heinz Paus, der die Gäste im Rathaus begrüßte, unterstrich zu Beginn die große Bedeutung des Ehrenamtes für die Stadt. "Wir sind froh, dass in vielen Bereichen ehrenamtliches Engagement dazu beiträgt, dass Menschen ihr Leben meistern können. Gerade in den letzten Jahren habe die Stadt durch die Anlaufstelle im Seniorenbüro viele neue ehrenamtliche Initiativen gefördert". Wie dies im Einzelnen geschieht und welche Initiativen dabei eine Rolle spielen, das wurde anhand von einigen Projekten deutlich. So berichtete Birgitt Lammert über ihre Idee, die sie 2005 hatte. Dank der Unterstützung der Stadt Paderborn sei daraus der "Marktplatz für Bürger-Engagement" geworden. In einer eigenen Datenbank habe man etwa 80 ehrenamtliche Angebote in zehn Tätigkeitsfelder vorrätig. Beispielhaft nannte sie die Waldschule für Kinder im Haxtergrund, die Seniorenbegleiter, die integrativen Sprachpaten und die Lese-Mentoren. Ute Brettschneider, 1. Vorsitzende des Bücherei- und Kulturvereins Dahl, berichtete über ihr ehrenamtliches Wirken bei der Weiterführung der Bücherei in dem Stadtteil. Themen waren außerdem das Projekt "Zeitspende" der Paderborner Bürgerstiftung, das Leiterin Elisabeth Sittig vorstellte, und die "Sprachpaten" und das "Mehrgenerationenhaus" des AWO-Kreisverbandes, worüber Ursula Höntgesberg informierte. Die Schulmaterialienkammer der Diakonie Paderborn-Höxter wurde von Britta Schwiete und Eva-Maria Hösken, ein Patenschaftsprojekt des Kinderschutzbundes von Christiane Illian und das Projekt „Eule“ des Caritas-Verbandes Paderborn von Karsten Hentschel vorgestellt. Über das Ehrenamt im kulturellen Bereich sprach Stephanie Crossley, stellvertretende Direktorin des Kultur- und Gemeindebereichs der englischen Partnerstadt Bolton. Sie teilte mit, dass man im vorletzten und letzten Jahr 118 neue Helfer gewonnen habe, die sich unter anderem um Museumbesucher kümmern oder als Computer-Helfer aktiv sind. Letztere hätten letztes Jahr mehr als 900 Stunden Hilfe gegeben. Die imposante Zahl von 2.920 Gruppierungen, die in Paderborns französischer Partnerstadt Le Mans, ehrenamtlich aktiv sind, konnte Yves Ollivier nennen. Der stellvertretende Bürgermeister Le Mans führte aus, dass die Gruppen vornehmlich in vier Bereichen arbeiten: Verkehr, Umweltschutz, Zusammenleben und Bauen/Wohnen. In der 230.000 Einwohner zählenden Stadt im Nordwesten Frankreichs seien zudem etwa 600 Freiwillige in der Initiative "Service der Demokratie" tätig, einer Art ehrenamtlichem Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Stadtverwaltung.