Breite Aufklärung ist notwendig
Radfahren auf der Neuhäuser Straße war Thema
Das Radfahren auf der Neuhäuser Straße war Thema eines Gesprächs. Die Stadt Paderborn, die Polizei und der zuständige Verkehrsingenieur der Bezirksregierung Detmold hatten dazu Joseph Vögele in die Polizeidienststelle an der Ferdinandstraße eingeladen. Der ehemalige stellvertretende Bürgermeister der Stadt Paderborn hatte sich in einem offenen Brief an die Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl gegen eine von der Behörde in Detmold angewiesene Änderung des Radverkehrs auf der Neuhäuser Straße ausgesprochen. Zwischen der Einmündung der Clemens-August-Straße und dem Neuhäuser Tor soll danach in Kürze das bisher freigegebene Radfahren auf dem stadteinwärts führenden Gehweg untersagt werden. Vögele konnte diese Entscheidung nicht nachvollziehen, zumal diese vielbefahrene Straße gerade für ältere Radfahrer eine große Gefahr darstelle. Seiner Frage nach den gesetzlichen Grundlagen für diese Entscheidung beantwortete Wolfram Mischer, Verkehrsingenieur bei der Bezirksregierung in Detmold. Es habe im Vergleich zu früheren Jahren ein Paradigmenwechsel beim Radverkehr stattgefunden. Die seit 1. September 2009 geltende Verwaltungsvorschrift, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, sehe vor, dass der Radverkehr innerorts grundsätzlich auf der Straße und nur in begründeten Einzelfällen im Straßenseitenraum, also auch nicht auf dem Gehweg, stattfinden soll. Als ein weiteres Argument dafür führte Lorenz Bunse, Leiter der Führungsstelle der Direktion Verkehr der Paderborner Polizei die Unfallstatistik an. Von der Einmündung der Elsener Straße bis zum Neuhäuser Tor habe es in den letzten sechs Jahren 48 Unfälle gegeben, wobei ein Toter im Bereich der Ausfahrt des Aldi-Parkplatzes zu beklagen gewesen sei. Viele Unfälle in dem diskutierten Abschnitt seien von Radfahrern verursacht worden, die den stadteinwärts führenden Gehweg in der Gegenrichtung befahren hätten. Joseph Vögele sowie sein Nachbar Karl-Heinz Wange, ehemaliger Lichtenauer Bürgermeister, waren nach wie vor skeptisch gegenüber der vorgesehenen Maßnahme. Vögele regte zumindest an, auf der Neuhäuser Straße zwischen Clemens-August-Straße und Neuhäuser Tor das Radfahren durch einen Radfahrstreifen sicherer zu machen. Dies lasse sich aufgrund der fehlenden Breite der Fahrbahn an dieser Stelle unter den gegebenen Bedingungen nicht machen, musste Kirsten Schmidt dieser durchaus sinnvollen Alternative eine Absage erteilen. An anderer Stelle, nämlich von der Einmündung der Elsener Straße bis zur Einmündung der Rathenaustraße soll ein Schutzstreifen für Radfahrer an der Neuhäuser Straße eingerichtet werden, teilte die für Radverkehrsplanung zuständige Mitarbeiterin beim Straßen- und Brückenbauamt der Stadt Paderborn mit. Norbert Kaese, stellvertretender Leiter des Paderborner Ordnungsamtes und für die Verkehrssicherung zuständig, wies darauf hin, dass als Alternative für das Radfahren an der Neuhäuser Straße die Ausweichstrecken an den Paderauen und durch das Riemekeviertel zur Verfügung stünden. "Wir werden, bevor wir das Radfahren auf dem Gehweg an der Neuhäuser Straße zwischen der Clemens-August-Straße und dem Neuhäuser Tor unterbinden, gemeinsam mit allen Beteiligten eine umfangreiche Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit anstoßen", versprach er. Diesem Anliegen dienten auch Radverkehrsschauen im gesamten Stadtgebiet, um das Radfahren in Paderborn sicherer zu machen.