Tiefe Trauer um "Pani Heidi"
Heidi Wernerus-Neumann starb nach kurzer schwerer Krankheit
Es war einer der wenigen Augenblicke, der der so schlagfertigen und humorvollen Heidi Wernerus-Neumann die Sprache verschlagen hatte: Der 20. Oktober 2009 im polnischen Rzeszow. Die Präsidentin des Freundeskreises Paderborn-Przemysl erhielt das Offizierskreuz des Verdienstordnens der Republik Polen, die zweithöchsten Auszeichnung, die der polnische Staat an Ausländer vergibt. Zum Ausklang dieser Feierstunde stimmten ihre polnischen Freunde das traditionelle Lied "Stolat" an. Die guten Wünsche für ein langes Leben, die darin besungen wurden, erfüllten sich für die engagierte Paderbornerin leider nicht. Am Mittwochabend verstarb Heidi Wernerus-Neumann im Alter von 64 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Diese Nachricht löste in Paderborn und auch in Przemysl, wo Heidi Wernerus-Neumann Ehrenbürgerin war, tiefe Trauer und große Bestürzung aus. "Das Herz der Freundschaft zwischen Paderborn und Przemysl hat aufgehört zu schlagen. Das tut sehr weh. Wir verlieren mit ihr eine zupackende und herzliche Frau, die sich mit viel Kraft und Humor immer wieder einbrachte und auch vor großen Aufgaben keinen Respekt hatte", würdigte Bürgermeister Heinz Paus ihre Verdienste. "Pani Heidi", wie sie nicht nur von ihren polnischen Freunden immer liebevoll genannt wurde, hatte sich nach zehn Jahren engagierter politischer Arbeit - insbesondere als FDP-Fraktionsvorsitzende im Paderborner Rat und als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Frauenverbände - mit der Gründung des Freundeskreises Paderborn-Przemysl e.V. im Jahre 1994 mit ganzer Kraft der Verbindung zwischen den beiden Städten verschrieben. Sie sammelte für sozialschwache Menschen in der Partnerstadt und engagierte sich für ein Behindertenwohnheim für Kinder in Przemysl, das sie mit gegründet hatte. Stets zum Jahresende war ihre Wohnung voll mit Hilfsgütern, deren Transport sie oft selbst begleitete. Heidi Wernerus-Neumann brachte Menschen zusammen. Mehr als 150 Au-pair-Mädchen aus der polnischen Partnerstadt fanden über sie den Weg nach Paderborn. Einige von ihnen studierten an der Uni in Paderborn. Einige sind heute in Paderborn glücklich verheiratet. Heidi Wernerus-Neumann war mit Herzblut bei der Sache, wenn Reisen des Freundeskreises organisiert wurden, Ausstellungen anstanden und Freundschaften zwischen Einrichtungen und Firmen entwickelt wurden. Der 1250 Kilometer lange Weg von Paderborn nach Przemysl verlor durch ihr Wirken seine Entfernung. "Wenn man die strahlenden Augen der Kinder sieht, die unser Spielzeug in Przemysl in Empfang nehmen, dann weiß ich, dass sich meine Arbeit gelohnt hat", sagte Heidi Wernerus-Neumann einmal und lächelte zufrieden. Dass sie ihrer Liebe zu diesem Land folgend auch noch Polnisch lernte und dies auch ganz gut sprach, brachte ihr vor allem auf polnischer Seite viel Sympathie ein und einmal mehr die Bestätigung, dass "Pani Heidi" nicht durch vollmundige Versprechungen, sondern durch ihre Taten überzeugte.