Weniger Papier beim Falschparken
Stadt Paderborn vereinfacht Verfahren
Alles auf einen Blick und alles kann sofort bezahlt werden. Das sind Vorteile eines neuen Verfahrens, das ab Anfang Januar von der Stadt Paderborn angewendet wird. Verwarnungen für falsches Parken werden dann mit allen notwendigen Informationen direkt an Ort und Stelle hinter dem Scheibenwischer gesteckt. Der Autofahrer ist damit sofort über sein Vergehen im Bilde, kann den Vorwurf prüfen und hat durch die gleichzeitige Zahlungsaufforderung auch die Möglichkeit, die Verwarnung umgehend zu bezahlen. Bisher war dort nur der Hinweis vorhanden, dass ein Vergehen vorliegt und in einigen Tagen die entsprechenden Unterlagen per Post zugeschickt werden. Jetzt stellten Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski, Michael Meier, Leiter der Bußgeldstelle, und Gabriela May, Mitarbeiterin der Bußgeldstelle, Einzelheiten des neuen Verfahrens vor. Neben dem Datum, der Uhrzeit, dem Namen der Überwachungskraft, dem Autokennzeichen, dem Ort des Geschehens und dem Vergehen ist auf dem kassenbonähnlichen Papier auch die Höhe des Verwarngeldes vermerkt. Auf der Rückseite steht neben der Bankverbindung, auf die das Verwarngeld zu überweisen ist, auch eine Rufnummer für eventuelle Nachfragen. "Wir wollen den Verkehrssündern die Sache einfacher machen. Sie sind sofort darüber im Bilde, was sie falsch gemacht haben, und können umgehend und ohne Probleme das Verwarngeld überweisen", sieht Udo Olschewski die Vorteile. Nicht selten sei bei der vorangegangenen Verfahrensweise der Vorwurf gekommen, dass sich der Betreffende nicht mehr richtig an die Einzelheiten habe erinnern können. Das sei jetzt kein Problem mehr, da er aus der hinter dem Scheibenwischer befindlichen Unterlage direkt auf den Vorwurf hingewiesen werde, so Michael Meier. Das "Knöllchen" besteht aus strapazierfähigem Papier und ist selbst bei schlechter Witterung noch gut lesbar. Außerdem wird es in einem Tütchen verpackt, auf das ein Parkverbotsschild aufgedruckt wurde. "Damit soll sichergestellt werden, dass der Autofahrer die Tüte nicht als Werbung betrachtet und sie wegwirft", begründet Michael Meier die Art der Verpackung. Erfahrungen aus anderen Städten besagen, dass bis zu 50 Prozent der Verwarnungen von den Verkehrsteilnehmern gleich im Anschluss bezahlt werden. Wer sein "Knöllchen" im ersten Versuch jedoch nicht bezahlt, wird vom Ordnungsamt einige Tage später per Post noch einmal daran erinnert. Um das "Knöllchen" sofort hinter den Scheibenwischer stecken zu können, werden die neun Überwachungskräfte für den ruhenden Verkehr mit kleinen mobilen Druckern ausgerüstet. Von ihren elektronischen Erfassungsgeräten, mit dem auch Verstöße fotografiert werden können, übermitteln die Politessen über eine Bluetooth-Verbindung die Daten zum Drucker.