Der kulturelle Eisberg

Ehrenamtliche besuchten Seminar zur Interkulturellen Kommunikation

Im Rahmen des Paderborner Integrationsprojektes KOMM.IN besuchten 16 ehrenamtliche Mitarbeiter aus unterschiedlichen Patenprojekten für und mit Migranten ein Seminar zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“. Organisiert wurde das Seminar von Claudia Graß vom Deutschen Roten Kreuz sowie von Marco de Luca vom Jugendamt der Stadt Paderborn, die gemeinsam das KOMM.IN Handlungsfeld „Ehrenamt und Migration“ betreuen. Das Seminar wurde von Elmar Eberhardt, Trainer und Berater für Interkulturelle Kommunikation und Kulturkompetenz, geleitet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen verschiedene Inhalte. So ging man unter anderem den Fragen nach, wie typischen Missverständnissen und Konflikten zwischen Deutschen und fremdkulturellen Personen vorgebeugt werden kann oder welchen Einfluss die eigenen Wertorientierungen auf die Interaktion mit Ausländern haben können. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit theoretische Kenntnisse zu erlangen und in praktischen Übungen die eigenen Haltungen zu überprüfen. Claudia Graß zu der Idee des Seminares: „Ich freue mich sehr, dass wir Ehrenamtlichen die nicht alltägliche Möglichkeit geben konnten, an einem sonst nur Fachkräften vorbehaltenen Seminar teilzunehmen. Damit können sie sich bei ihrer Arbeit besser auf die Migrantenfamilien einstellen.“ Alle Seminarteilnehmer setzen sich für Migranten ein und bieten Begleitung und Betreuung in unterschiedlichen Lebenslagen an. Bei dieser Arbeit stoßen die Ehrenamtlichen immer wieder auf kulturelle Unterschiede und Gegebenheiten, die durchaus auch mal Schwierigkeiten bereiten können. So beispielsweise „Kulturen, die auch einfache Themen lautstark diskutieren und es klingt für uns Deutsche so, als ob sich die Betreffenden gleich an die Gurgel gehen“ sagt Teilnehmerin Marina Breinert. Als Erklärung lernten die Teilnehmer unter anderem das Modell des „kulturellen Eisberges“ kennen. Anhand dieses Modells von Sharon Ruhly wird erklärt, dass die auf den ersten Blick erkennbaren kulturellen Unterschiede, zum Beispiel im Bereich der Wirtschaft, Kunst oder Literatur, nur die Spitze des kulturellen Eisberges ausmachen. Die darunter liegenden und nicht unmittelbar sichtbaren Schichten, wie etwa die Bereiche Erziehung, Bräuche, Normen und Werte, sind emotionaler besetzt und machen den Großteil des Eisberges aus. „An dieser Stelle kommt es in der Arbeit mit Migranten auf ein besonderes Fingerspitzengefühl an, um das Eis zwischen den Kulturen schmelzen zu lassen“, so der Seminarleiter Elmar Eberhardt.