Gegen häusliche Gewalt

Kooperationsprojekt macht auf Anlaufstellen aufmerksam

Mit Plakaten, Info-Karten und einer Broschüre möchte das Paderborner Kooperationsprojekt gegen häusliche Gewalt betroffene Frauen auf Anlaufstellen aufmerksam machen. Das Ausmaß von häuslicher Gewalt ist nach wie vor hoch. Erfahrungen durch die Arbeit mit betroffenen Frauen und eine Vielzahl von Untersuchungen haben die schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für Frauen aufgezeigt. In den letzten Jahren rückten auch verstärkt die psychischen Schädigungen von Kindern infolge von häuslicher Gewalt in den Vordergrund. Schutz vor Gewalt für Frauen und deren Kinder ist häufig mit einer Trennung vom gewalttätigen Partner verbunden. Aber auch nach einer Trennung sind Frauen hochgefährdet. Durch das Gewaltschutzgesetz und weitere rechtliche Schutzmaßnahmen hat sich viel für von Gewalt betroffene Frauen verbessert. Erfahrungen zeigen jedoch, wie schwer es für Frauen ist, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen und wie berechtigt Ängste und das Schutzbedürfnis von Frauen vor weiterer Gewalt sind, nachdem sie sich getrennt haben. Die Art der Hilfe und Unterstützung, die Frauen benötigen, kann unterschiedlich sein. Für manche Frauen ist der beste Schutz ein Aufenthalt im Frauenhaus. Die Beratungsstellen begleiten Frauen in ihrem Loslösungsprozess aus einer Gewaltbeziehung, beraten und informieren über gesetzliche Schutzmöglichkeiten und bieten Begleitung an bei allen notwendigen Maßnahmen, die vor und nach einer Trennung durchzuführen sind. Bei akuter Gewalt muss die Polizei gerufen werden, die den Gewalttäter für zehn Tage aus der Wohnung verweisen und damit die Gewaltsituation erst einmal beenden kann. Einer Studie zufolge sind die Hilfsangebote bei den von Gewalt betroffenen Frauen und ihrem sozialen Umfeld nicht ausreichend bekannt. Mit diesen Plakaten, Infokarten und Broschüren, die das Kooperationsprojekt gegen häusliche Gewalt mit Unterstützung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen noch einmal hat neu auflegen können, soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass mehr von Gewalt betroffene Frauen, deren Angehörige, der Freundeskreis, die Nachbarschaft und alle, die die betroffenen Frauen unterstützen wollen, wissen, wo sie sich Hilfe holen können. Das Kooperationsprojekt besteht seit mehreren Jahren. Mitglieder sind alle Einrichtungen, die mit Frauen und Kindern im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes hier in Paderborn zu tun haben: Justiz, Staatsanwaltschaft, Kreispolizeibehörde, die Jugendämter (Stadt und Kreis), die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn, die Gleichstellungsstellen im Kreis Paderborn, die Frauenhäuser Paderborn und Salzkotten, die Frauenberatungsstellen Belladonna und Lilith, die Männer-Beratung sowie die Telefonseelsorge. Das Kooperationsprojekt hat sich seinerzeit mit dem Ziel zusammengeschlossen, durch besser abgestimmtes Verhalten die Situation für Frauen und deren Kinder zu optimieren und einen bestmöglichen Schutz vor weiterer Gewalt zu ermöglichen.