Im Frühjahr fällt die Vorentscheidung
Wird das Paderquellgebiet Weltkulturerbe?
Im Frühjahr 2012 wird eine Vorentscheidung fallen, ob das Paderquellgebiet als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wird. Darauf weist Claudia Warnecke hin. Bei der Technischen Beigeordneten der Stadt Paderborn laufen die Fäden für die Bewerbung zusammen. Unter dem offiziellen Titel: "Urban Waterscape Paderborn" (urbane Wasserlandschaft Paderborn) hatte sich die Stadt im November mit dem Paderquellgebiet um die Anerkennung als Weltkulturerbe durch die UNESCO beworben. Wie Claudia Warnecke mitteilt, entscheidet im Frühjahr 2012 eine Fachjury, welche zwei NRW-Kandidaten für die neue Vorschlagsliste des Bundes gemeldet werden. Bis zum 1. August 2012 muss jedes Bundesland seine beiden Vorschläge unterbreiten. Nach der Entscheidung für zwei Kandidaten auf Landesebene werden danach bundesweit maximal 32 Bewerber konkurrieren, um an die UNESCO weitergeleitet zu werden. 2013 soll dann die deutsche Liste für die UNESCO fertig sein. Ab 2015 könnten die Vorschläge dann mit aufgenommen werden. Die von der UNESCO geführte Liste umfasst derzeit 936 Welterbestätten in 153 Ländern, davon sind 725 Kulturdenkmäler und 183 Naturdenkmäler. Weitere 28 gelten sowohl als Kultur- als auch als Naturdenkmal. Die Technische Beigeordnete übersieht nicht, dass schon die erste Vorauswahl auf Landesebene schwierig wird. Mit der Kaiserswerther Altstadt, dem Benrather Schloß in Düsseldorf, dem Ruhrgebiet mit gleich mehreren Industriedenkmälern, Münster mit seinem Prinzipalmarkt, Krefeld mit den Bauten des Architekten Mies van der Rohe, dem Bergischen Land mit Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke aus Stahl, der Müngstener Brücke, dem Astropeiler in Bad Münstereifel und dem Fundort Neanderthal sei die Konkurrenz schon innerhalb Nordrhein-Westfalens hochkarätig. Der Paderborner Bewerbung werden dennoch gute Chancen eingeräumt, da der Fokus des Auswahlgremiums weniger auf Baudenkmale, sondern mehr auf Naturphänomene gerichtet wird. Seitens des Ministeriums wurde darauf hingewiesen, dass Anträge aus „überrepräsentierten“ Kategorien (beispielsweise „reine“ Baudenkmäler) geringere Aussichten auf Erfolg haben werden. Hingegen sollen einzigartige Kulturgüter, die dem Lücken-Report des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) zu entnehmen sind, besondere Aufmerksamkeit erfahren (beispielsweise als Kultur- und Naturdenkmal). Der Optimismus für eine erfolgreiche Bewerbung ist deshalb auch bei Bürgermeister Heinz Paus groß. "Vergleichbares ist in den bisher klassifizierten Welterbestätten nicht vertreten - zumindest nicht in Europa", sieht er realistische Chancen für dieses Vorhaben. Gemeinsam mit Claudia Warnecke und nach Abstimmung mit den Spitzen der im Paderborner Rat vertretenen Fraktionen hatte der Bürgermeister den Anstoß zur Bewerbung gegeben. Mit Unterstützung von Prof. Gerhard Auer, Braunschweig (Kurator: „7 Türme – 7 Lichter“ und Beleuchtungskonzeption für das westliche Paderquellgebiet), Thomas Günther von der Unteren Denkmalbehörde beim Stadtplanungsamt der Stadt Paderborn, Dr. Bettina Heine Hippler vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Dr. Sven Spiong, Stadtarchäologe und Prof. Dr. Eva-Maria Seng vom Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO der Paderborner Universität wurde die Bewerbung erarbeitet. Sie liegt seit dem 1. November beim Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW in Düsseldorf vor.