Frühzeitig an die Berufswahl denken
Am 14. April bietet auch Paderborn beste Chancen dazu
Der 14. April wird ein ganz besonderer Tag. An diesem Donnerstag findet bereits zum 11. Mal der „Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag“ statt und gleichzeitig feiert der erst „Boys‘ Day – Jungen-Zukunftstag“ seine Premiere. Und das Schönste: Paderborn macht mit. Am „Boys‘ Day“ haben Jungs die Gelegenheit, Dienstleistungsberufe, zum Beispiels in den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit und Pflege, kennenzulernen. Diese Berufe werden traditionell selten von Jungen in Betracht gezogen. Da wir uns aber zunehmend in Richtung einer Dienstleistungsgesellschaft entwickeln und sich auch das Rollenverständnis von Männern und Frauen langsam aber stetig wandelt, ist es wichtig, dass Jungen auch Berufsfelder in den Fokus nehmen, die allzu lange ihrem eigenen Rollenbild zu widersprechen schienen. Um dem Jungen-Zukunftstag zur größeren Bekanntheit und Akzeptanz zu verhelfen, hat Paderborns Bürgermeister Heinz Paus die Schirmherrschaft für die Aktionen an diesem Tag in der Stadt übernommen. „Es ist wichtig, dass sich auch Jungen schon frühzeitig Gedanken über ihre weitere Berufs- und Lebensplanung machen. An diesem Tag können sie Felder entdecken, über die sie bisher vielleicht noch nicht nachgedacht haben", so Paus. Die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn hat zahlreiche Einrichtungen und Institutionen für die Aktion gewinnen können. Die jeweiligen Angebote der verschiedenen Einrichtungen sind auf der Internetseite "www.boys-day.de" unter der Aktionslandkarte „Paderborn“ aufgeführt. Dort bietet zum Beispiel die Universität Paderborn an, einen Blick in den Arbeitsalltag eines Grundschullehrers oder hinter die Kulissen einer Uni-Bibliothek zu werfen. Außerdem werden dort zahlreiche Informationen zur Studien- und Berufswahl geboten. Verschiedene Kindertageseinrichtungen bieten Praktikumsplätze. Hinzu kommen Angebote praktischer Hilfen zur Berufs- und Lebensplanung. Einige Aktionen können direkt über das Internet gebucht werden. Am „Girls‘ Day“ haben Schülerinnen von der fünften Klasse an Gelegenheit, die Arbeitswelt in Technik, Handwerk, Ingenieur- und Naturwissenschaften kennen zu lernen. Dabei können sie auch weibliche Vorbilder in Führungspositionen in Wirtschaft und Politik treffen. Durch diesen alljährlichen Aktionstag haben bundesweit bereits über 1.000.000 Mädchen zukunftsorientierte Berufe, in denen Frauen bisher noch unterrepräsentiert sind, erkunden können. "Mir liegt daran, dass sich Mädchen, insbesondere auch wegen des anstehenden Fachkräftemangels, so genannte Männerberufe anschauen", betont Mechthild Pleininger. Die Ratsfrau und Vorsitzende der Gleichstellungskommission der Stadt Paderborn hat deshalb auch gern die Schirmherrschaft über diesen Mädchentag übernommen. Als erwerbstätige Mutter weiß sie den Spagat zwischen Beruf und Familie zu managen und kennt sich aus mit dem, was im Berufsleben wichtig ist. „Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren beim heimischen Energieversorger, wo in der technischen Ausbildung leider auch heute noch fast ausschließlich junge Männer ausgebildet werden. Auch mir lag Physik und Mathe in der Schule nicht so wirklich. Aber ich habe in meinem beruflichen Leben erfahren können, dass dies ein sehr spannendes Feld ist." Der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn ist es auch 2011 wieder gelungen, eine Vielzahl von Betrieben und Institutionen zu mobilisieren, ihre Produktionsstätten und Büros für die Mädchen zu öffnen. Ein Überblick über die teilnehmenden Firmen bzw. Institutionen wird auf der Internetadresse "www.girls-day.de" gezeigt. Auf dieser Internetseite kann jedes Mädchen über den Link „Aktionslandkarte“ unter „Paderborn“ eine Auflistung der teilnehmenden Firmen aufrufen und sich in Eigenregie anmelden. Die Gleichstellungsstelle möchte auf diesem Weg Paderborner Betriebe und Institutionen bitten, die beiden Projekte zu unterstützen und Schülerinnen und Schüler dazu aufrufen, den 14. April für ein Praktikum zu nutzen. „Es ist ungeheuer wichtig“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke, „dass sich die Jungen und Mädchen frühzeitig mit ihrer Berufswahl auseinander setzen. 'Girls' Day' und 'Boys' Day bieten die Chance, auch Berufe in den Blick zu nehmen, die vermeintlich ,typisch weiblich‘ oder ,typisch männlich‘ sind." Sie appelliert an den Mut der jungen Leute, einmal etwas anderes zu wagen. Und wenn es nur für diesen einen Tag sei. Vielleicht werde ja später mehr daraus - eine Feuerwehrfrau oder ein Kindergärtner? "Warum nicht!", so Dagmar Drüke. Unternehmen und Institutionen, die noch Praktika anbieten möchten, können diese online stellen. Die Schülerinnen und Schüler haben dann direkten Zugriff auf die Angebote. Für Fragen und Anregungen steht die Gleichstellungsstelle gerne unter Tel. 05251/881950 zur Verfügung.