Bürgermeister dankte KARIBUNI

Bei einem Empfang im Paderborner Rathaus

© Stadt Paderborn

Ein großes Dankeschön sagte Bürgermeister Heinz Paus Mitgliedern des Vereins Paderborner Weltladen KARIBUNI im Paderborner Rathaus. Angesichts der Schließung des Ladenlokals in der Ferdinandstraße lobte Heinz Paus das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder für dieses wichtige Thema in den vergangenen Jahren. Trotz der Schließung des Ladens können weiterhin fair gehandelte Produkte erworben werden. Seit vier Jahren betreibt eine Mitarbeiterin des Vereins einen mobilen Marktstand. Ein neues Team wird sie dabei unterstützen und den Namen KARIBUNI“ (d.h. willkommen) weiterführen. Dieser Marktstand ist donnerstags auf dem Wochenmarkt Schloss Neuhaus, freitags auf dem Markt Elsen und samstags auf dem Wochenmarkt in Wewer zu Gast. Der Verein wurde 1982 als „Zentrum zur Förderung internationaler Begegnung e. V.“ von der Initiative „Frauen für den Frieden“ gegründet. Er hatte sein erstes Ladenlokal in der Krämergasse, zusammen mit dem Werkstattladen. 1986 erfolgte der Umzug in die Ferdinandstr.17. Ziel war und ist es, den fairen Handel in Paderborn bekannt zu machen und zu stärken und die Problematik der sogenannten Entwicklungsländer durch Bildungsarbeit verständlich zu machen. Durch den Verkauf von fair gehandelten Produkten wurden viele Informationen über weltwirtschaftliche Zusammenhänge, Produktionsbedingungen in Drittweltländern und Projekte zur Selbsthilfe weitergegeben. Die Ladenfrauen gaben Deutschunterricht für Asylbewerber, Hilfe bei Behördengängen, organisierten themenbezogene Bildungsabende (Apartheid, Kinderarbeit, Schuldenerlass, Fair Trade Siegel), afrikanische und südamerikanische Kulturabende, Musik- und Theaterveranstaltungen und vieles mehr. Das Ladenteam war Mitbegründer des Palavermarktes und arbeitete am Stadtentwicklungsbericht mit. Für viele Lehrer, Studenten, Firm- und Jugendgruppen war der Laden mit seiner Mediothek Anlaufstelle für ihre entwicklungspolitischen Projekte. 1999 konnte aufgrund einer Geldspende für zwei Jahre eine Promotorenstelle eingerichtet werden, von der alle Paderborner dritte Weltgruppen sehr profitierten. Bis auf diese bezahlte Stelle arbeiten bis heute alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ehrenamtlich und mit großem persönlichem Einsatz. Die Räume in der Ferdinandstraße sind Treffpunkt für viele Vereine und Gruppen (BUND, Pro Grün, GEW, Attac, die Beginen, Palavermarkt etc), die sich nach ihren Möglichkeiten an den Mietkosten beteiligen. Inzwischen hat sich die Lage der Weltläden verbessert, sie tauchen aus dem „Nischen-Dasein“ auf. Viele Supermärkte führen mittlerweile fair gehandelte Produkte. Das ist gut so und zum Teil auch der Erfolg vieler Ladenfrauen und Männer, die mit ihrem Einsatz immer wieder auf den fairen Handel aufmerksam machen. Leider sinkt die Zahl der Ehrenamtlichen und die Fortführung eines Ladenbetriebs ist in Zukunft nicht gesichert. Darum schließt der Verein das Ladenlokal in der Ferdinandstraße.