Als der Schrein geraubt wurde

Museum für Stadtgeschichte

Christian von Braunschweig und der Raub des Libori-Schreins im Jahr 1622 ist das Thema einer Führung am Sonntag, 17. Juli, um 11.15 Uhr. Sie findet im Museum für Stadtgeschichte im Adam-und-Eva-Haus an der Hathumarstraße statt. Am 28. Dezember 1621 überschritt Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel erstmals die Grenze des Hochstifts Paderborn bei Warburg. Damit war das Paderborner Land der Willkür des Herzogs und seiner marodierenden Soldateska ausgeliefert. Von den Paderborner Landständen, den Juden und dem Domkapitel wurden hohe Kontributionszahlungen gefordert. Besonderen Nachdruck verlieh Christian seinem Interesse am Geld dadurch, dass er sechs Dörfer und Ortschaften in der näheren Umgebung Paderborns völlig niederbrennen ließ. Im Januar 1622 hielt der Welfe Einzug in Paderborn und nahm im verlassenen Jesuitenkolleg Quartier. Eine Woche war die Stadt Paderborn der Plünderung durch Christians Truppen wehrlos ausgesetzt. Beim Raub vieler kostbarer Reliquien ging auch der Schrein des Hl. Liborius verloren. Christian von Braunschweig ließ ihn einschmelzen und fertigte aus dem Silber die bekannten Pfaffenfeindtaler der neben vielen anderen Zeugnissen des Überfalls durch den „tollen Christian“ im Museum zu sehen ist.