Applaus für Paus

Paderborns Bürgermeister eröffnet Libori-Fest erstmals mit Gedicht

© Stadt Paderborn

Ohne die gewohnten drei Böllerschüsse aus Anteilnahme für die Opfer der Anschläge in Norwegen wurde am Samstag in Paderborn das Libori-Fest eröffnet. Auf einem vollen Rathausplatz hatte Bürgermeister Heinz Paus das Fest erstmals mit einem Gedicht eröffnet (Wortlaut am Ende des Textes). Zuvor hatten die kirchlichen Feiern mit der Erhebung des Goldenen Schreins mit den Gebeinen des Heiligen Liborius, des Schutzpatrons des Erzbistums Paderborn, im Dom bereits begonnen. Das Libori-Fest zählt zu den größten und ältesten Volksfesten Deutschlands. Neun Tage lang feiert Paderborn seine „fünfte Jahreszeit“. Für die faszinierende Atmosphäre des Libori-Festes sorgt eine bis heute erhalten gebliebene Mischung aus kirchlichen Feierlichkeiten und weltlichem Fest. Beeindruckende Zeremonien und Prozessionen lassen Geschichte lebendig werden, ein buntes Markt- und Kirmestreiben mit vielen kulturellen Höhepunkten laden zum Feiern ein. Paderborn erwartet in dieser Woche wieder mehr als eine Million Besucher. Das Libori-Gedicht, mit dem Bürgermeister Heinz Paus das Libori-Fest vor dem Rathaus eröffnete: Ihr Freunde des Liborius, Ihr wisst, was ich jetzt sagen muss, wir feiern unsere tolle Stadt, die ihm so viel zu danken hat; Beim Blick zurück auf’s letzte Jahr erscheint nicht alles wunderbar; doch fall‘n mir viele Punkte ein, die Grund genug, drauf stolz zu sein. Wenn London sagt, die Briten gehn; dann finden wir das gar nicht schön. Und s’ist für uns ein herber Schlag, dass Hella nicht mehr leuchten mag. Darüber übersieht man schnell, dass vieles leuchtet ziemlich hell. Wo andere schrumpfen, wachsen wir, viel Kinder, reger Zuzug hier. Wir bieten Lebensqualität, und dazu auch Prosperität. Bei Arbeitsplätzen neu’n Rekord, Computerstadt, Hightech am Ort. Laut Prognos wird’s so weitergehen, dass wir die Stadt in Blüte sehen. Mit Leibniz-Preis und Exzellenz, ja Fraunhofer die Uni glänzt. Die Stadt macht einen großen Satz: Theater und der Neue Platz, zwei neue Banken, vieles mehr; das Oberzentrum zeigt es her. Im Sport – auch wenn’s dort nicht gefällt – die Nase weit vor Bielefeld, Nicht ohne Grund reimt Paderborn sich trefflich auf das Wörtchen vorn Drum feiern wir mit Bier und Korn: Vivat, Vivat Paderborn Liboritusch manch Träne rührt, dem Stadtpatron, was ihm gebührt. Das große Fest, jetzt kann’s beginnen, wir feiern es mit allen Sinnen. Mit Kirche, Kirmes und Kultur, die Mischung find’st bei uns du nur. Das Fest zieht Millionen an, s’ist’s schönste, das man feiern kann. Liborischrein und Pfauenwedel, Prozession mit Weihrauchnebel, vorbei an Pommes und Korsett, der Zug der Priester im Roschett, Von echter Volkskirche ein Stück, wir brauchen das zu unserm Glück. Hört, was ich zum Schluss euch sage, wir freu’n uns auf neun tolle Tage, auf dem Pottmarkt Schnäppchen jagen, in die Geisterbahn sich wagen, wieder alte Kumpel treffen, Nachbarn, Schwäger, Tante, Neffen. Lang reden über Gott und Welt, bei Auffenberg, im Tirolzelt. Alte Bande fester knüpfen, zur Musik auf Bänken hüpfen, lauthals Paderborn-Lied singen, der tollen Stadt ein Ständchen bringen! Alt- und Neubürger begrüßen alles, was es gibt, genießen. Bevor ich schließ, will ich erklär’n, Dank allen, die uns das bescher‘n. Neun Tage unter der Devis‘, ein Vorgeschmack auf’s Paradies. Bevor ich schließ, will ich erklär’n, Dank allen, die uns das beschern. Stimmt mit mir ein jetzt ganz zum Schluss, Vivat, Vivat Liborius.