Zeitzeugen aus Polen im Rathaus

Ehemalige KZ- und Ghetto-Häftlinge zu Besuch

Verständigung und Versöhnung zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk sowie die Aufgabe, ehemalige KZ- und Ghetto-Häftlinge aus Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas unabhängig von ihrer Religion, Konfession oder Weltanschauung zu unterstützen, sind seit den Anfängen Zweck und Anliegen des Maximilian-Kolbe-Werks. Im Mittelpunkt der Arbeit des Maximilian-Kolbe-Werks steht der einzelnen Mensch, seine persönliche Geschichte und seine leidvolle Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus. Seit 1978 werden Erholungs- und Begegnungsaufenthalte für KZ- und Holocaust-Überlebende in Deutschland organisiert. Jährlich nehmen rund 400 Personen aus Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas an diesen von Ehrenamtlichen betreuten Aufenthalten teil. In diesem Jahr organisierten Ursula und Ulrich Fox ein solches Begegnungsprojekt in Paderborn. Dietrich Honervogt, stellvertretender Bürgermeister Paderborn, empfing die sechs polnischen Zeitzeugen im historischen Rathaus: Henry Czarnecki (Haftstätten Mauthausen, Ebensee), Alicja Kubecka (Haftstätte Ravensbrück), Ewa Zelechowska-Stolzman (Haftstätte Ravensbrück), Lidia Skibicka-Maksymowicz (Haftstätte Ausschwitz), Egeniusz Sliwinski (Haftstätten Mauthausen, Gusen) und Zdzislawa Wlodarczyk (Haftstätte Ausschwitz). Während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes besuchten die ehemaligen KZ-Häftlinge Schulen in Paderborn und der näheren Umgebung. Jeweils zu zweit und mit Hilfe eines Dolmetschers berichteten sie den Schülerinnen und Schülern von ihren leidvollen Erfahrungen in den Konzentrationslagern. Trotz ungeteilter Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler warfen die Berichte zahlreiche Fragen auf. Wie sie mit dem Leben nach den Konzentrationslagern zurechtgekommen seien, war beispielsweise eine, und die polnischen Zeitzeugen nahmen sich die Zeit auf die Fragen der tief betroffenen Schülerinnen und Schüler einzugehen. Im Rahmen ihres Begegnungsaufenthaltes bekamen die polnischen Zeitzeugen auch die Möglichkeit die Geschichte und Kultur Paderborns kennenzulernen. Neben einer Stadtführung und dem Besuch des Museums für Stadtgeschichte, stand auch ein Besuch der Kaiserpfalz und dem Kurpark in Bad Lippspringe auf dem Freizeitprogramm. Zudem lud die Stadt Paderborn die Gäste zum Ballet „Romeo und Julia“ sowie zu der Tanzgala „Jugend tanzt“ in die Paderhalle ein. Getragen wird das Maximilian-Kolbe-Werk vor allem durch private Spenden und Kollekten von Kirchengemeinden. So konnte das Werk bislang Hilfsprojekte für KZ- und Ghettoüberlebende in Höhe von mehr als 65 Millionen Euro durchführen. In Deutschland engagieren sich zur Zeit rund 80 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Aufgaben des Werkes und machen so die verschiedenen Initiativen des Maximilian-Kolbe-Werks erst möglich. Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.maximilian-kolbe-werk.de .