Paderborn als Hot Spot Deutschlands
Heimische Firmen auf der Cebit im Aufwind
Paderborn/Hannover (IP). Wenn Adelheid Ebbinghaus über den Wirtschaftstandort Paderborn spricht, gerät sie ins Schwärmen. "Für die Wirtschaft wird viel getan", sagt die bei der Firma AXON für Unternehmenskommunikation zuständige Mitarbeiterin. Es bestehe ein starkes Geflecht mittelständischer Firmen gerade im IT-Bereich. "Der Hot Spot Deutschlands ist in dieser Hinsicht Paderborn", ist sie überzeugt und muss sich entschuldigen. Denn am Stand ihrer Firma in Halle 4 auf der Cebit in Hannover herrschte ein solcher Andrang wie beispielsweise in einem Cafe mit drahtlosem Internetzugang, das in der IT-Sprache als Hot Spot bezeichnet wird. Beim Besuch von insgesamt neun Paderborner Firmen auf der weltweit wichtigsten Messe der digitalen Industrie konnten Bürgermeister Heinz Paus und Annette Förster, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn, viel Erfreuliches erfahren. So berichtete Bernhard Hildebrand, Geschäftsführer der GMS Development, einem Softwareentwickler, über eine gute Auftragslage und der Suche nach Fachkräften, die sich nicht einfach gestalte. Davon konnte auch Dr. Wolfgang Achilles erzählen. Der Geschäftsführer der Firma Jobware, deren Hauptgeschäft der Online-Stellenmarkt ist, hatte in dieser Hinsicht auch schon seine Erfahrungen gemacht. "Warum sollte einem Münchener Paderborn gefallen?", fragte er sich und brachte gleich auch die passenden Argumente: "Günstiges Bauland im Vergleich zu anderen Großstädten, gute Schulen, kurze Wege - alles in allem: Paderborn ist ein idealer Standort für junge Familien." Sein Unternehmen habe letztes Jahr zehn Leute eingestellt, so Achilles. Ähnlich Positives konnte Wilhelm Stute, Vorstandsvorsitzender der Janz IT AG, vermelden. Von 2008 bis 2010 habe die Firma den Mitarbeiterbestand um 40 Prozent erhöht. Derzeit beschäftigt das inhabergeführte mittelständische IT-Unternehmen 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sieben Standorten. Aufgrund des großen Kundeninteresses plant die Firma bereits jetzt wieder für die Cebit im nächsten Jahr zu buchen. Eine gute Nachfrage, insbesondere seitens des Fachpublikums, verzeichnete auch die "woelke it-solution", die eine Lösung vorstellte, wie E-Mails rechtssicher archiviert werden können. Geschäftsführer Mike Woelke, der bereits parallel zur Schul-, Berufs- und Uni-Ausbildung in die Selbstständigkeit einstieg, verkörpert dabei einen für Paderborner Verhältnisse nicht untypischen Weg: Hier geboren, hier studiert, hier die eigene Firma aufgebaut und hier, wie er selbst sagt "sehr zufrieden". Auf zufriedene Forscher trafen Bürgermeister Heinz Paus und WFG-Geschäftsführerin Annette Förster auch am Stand der Fakultät für Maschinenbau der Universität Paderborn in Halle 9. Dort stellten Prof. Dr. Rainer Koch gemeinsam mit Doktoranten zwei hochinteressante Projekte vor. Wie die Selbstrettung bei möglichen Katastrophen in der U-Bahn optimiert werden kann, zeigt das Projekt "Orgamir" auf. Wie Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes intelligent optimiert werden können, verrät das zweite Projekt der Maschinenbau-Fakultät der Universität. Um Optimierung geht es auch bei der Firma FASTEC. Deren Geschäftsführer Karl-Heinz Gerdes erläuterte im Gespräch mit Heinz Paus, dass viele Aufträge für die von ihnen entwickelte Software zur Optimierung von Produktionsprozessen vorliegen und nach guten Mitarbeitern fieberhaft gesucht wird. Auf dieser Suche ist auch Frank Menne. Der Geschäftsführer der IT-Sicherheitsfirma OctoGate will durch die von seiner Firma entwickelte Hardware-Firewall mehr Sicherheit in Kinderzimmer bringen. Zehn Jahre sei er jetzt mit seiner Firma am Markt und dabei habe er den Standort Paderborn schätzen gelernt. "Was Heinz Nixdorf vor 30 Jahren gesät hat, hilft uns heute noch", ist sich der gebürtige Hövelhofer sicher und lobt das Paderborner Klima für die Wirtschaft. Ähnlich zufrieden mit dem Geschäft zeigt sich im Dialog mit dem Bürgermeister auch Christoph Schmidt von der Elsener Firma Dixeno. Das Unternehmen, was sich insbesondere auch mit Online-Shopping beschäftigt, ist erst vor drei Jahren gestartet und hat zwölf Mitarbeiter und bereits mehr als 200 Kunden. "Viele Aufträge, neue Arbeitsplätze und die weitere Suche nach qualifiziertem Personal machen deutlich, dass Paderborner IT-Unternehmen deutlichen Aufwind haben", freut sich Bürgermeister Heinz Paus über die wirtschaftliche Stärke der Stadt in diesem Bereich. "Wir werden auch künftig in unseren Bemühungen nicht nachlassen, Firmen in Paderborn optimale Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und damit die Wirtschaftskraft des Standortes weiter zu erhöhen", verspricht Annette Förster.