Eine Region tanzt

Projekt "Tanz OWL 2011" in Paderborn vorgestellt

„Tanz OWL“ ist für viele Menschen in Ostwestfalen-Lippe bereits zu einer geläufigen Marke geworden. Der regionale Zusammenschluss der Städte Bielefeld, Detmold, Gütersloh, Herford, Höxter, Minden und Paderborn bietet auch 2011 wieder ein vielseitiges Angebot an Tanzperformances, Workshops und Community-Dance-Projekten. Das Programm konnte in den letzten drei Jahren mehrere tausend Besucher und Teilnehmer für sich gewinnen und wird auch dieses Mal für viel rhythmische Bewegung und fröhliche Stimmung sorgen. Möglich wird das alles wieder durch Förderung aus Mitteln der Regionalen Kulturpolitik des Landes NRW. In diesem Jahr wird das Angebot bereichert durch ein neues Projekt, das die Verbindung unter den Teilnehmerstädten fördert: „Tanz OWL on tour“. Das eigens hierfür entwickelte Open-Air-Tanzstück „Gratte la peinture…“ ist in den beteiligten Städten bei verschiedenen Gelegenheiten zu sehen, zum Beispiel in Gütersloh beim Straßentheaterfestival, in Bielefeld bei Streetlife und in Paderborn beim Theaterfest. Die Performance wird von den Schülern der Ausbildungsklasse der DansArt Academy in Bielefeld getanzt, die Choreographie übernimmt Tchekpo Dan Agbetou. Eine zweite kleine Tournee macht ein in Detmold im Rahmen des Programms ResiDance entstandenes Community-Dance-Projekt, das in drei verschiedenen Städten aufgeführt wird. Der Vernetzungsgedanke spiegelt sich auch in einzelnen Städten wieder. In Paderborn haben sich Akteure der lokalen Tanzszene beispielhaft zusammengetan, um am 9. und 10. Juli das gemeinsame Stück „Informierte Körper“ an einem der prominentesten Orte der Stadt zu realisieren, dem Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF). Wie in den vergangenen Jahren präsentiert ,,Tanz OWL" ein vielfältiges Angebot. Workshops mit ausgesuchten, bekannten Dozentinnen und Dozenten richten sich an Tanzinteressierte (Anfänger bis Fortgeschrittene), aber auch an Tanzpädagogen, Lehrer und Sozialarbeiter, die diese Qualifikation in ihrem jeweiligen beruflichen Umfeld einsetzen. Tanzperformances der Extraklasse bespielen öffentliche Räume, öffnen so die (Tanz-)Kunst einem breiten Publikum und werden sicherlich wieder Tausende Besucher mobilisieren und begeistern. Community-Dance-Projekte bieten Laien wie Profis die Möglichkeit, ihre Tanzlust auszuleben und werden dafür sorgen, dass es kaum jemandem möglich sein wird, sich nicht mitreißen zu lassen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können ihre tänzerischen Vorkenntnisse erweitern oder einfach nur Spaß an der Bewegung und der Musik haben. Die Förderung der Tanzkultur präsentiert Ostwestfalen-Lippe als einen jungen und dynamischen Standort. Tanz OWL ist damit nicht nur eine Marke für eine regionales Netzwerk, sondern eine kulturelle Bereicherung für die Menschen aller Generationen, die hier leben. So ist es ein ganz besonderes Anliegen der Projektpartner, die Menschen jeden Alters, insbesondere aber Kinder und Jugendliche, die sonst wenig Zugang zu Kultur haben, für Tanz und Musik zu begeistern und ihnen damit ein Gefühl für ihren Körper, Selbstbewusstsein und die Freude an gemeinsamen Aktivitäten zu vermitteln. Durch die effiziente Vernetzung der Städte ist dies bereits in den zurückliegenden Jahren gelungen. Die von der Stadt Bielefeld gestartete Initiative wird durch das Land Nordrhein-Westfalen mit maximal 100.000 Euro gefördert. Von einer besonderen Folge des Programms „Tanz OWL“, die sich in Berlin ereignete konnten bei der Vorstellung des Programms im HNF die Paderborner Choreographin Birgit Aßhoff und einige der Tänzerinnen vom „Wilden Aufbruch“ berichten. „Wilder Aufbruch“ ist ein rein weibliches Community Dance Ensemble, das sich 2009 im Zusammenhang mit Tanz OWL gründete, 2009 und 2010 Choreographien für „Tanz OWL“ erarbeitete und auch 2011 dabei sein wird. Am vergangenen Wochenende aber ist die Gruppe ihren Ursprüngen entwachsen und ganz selbstständig geworden. 21 Frauen vom „Wilden Aufbruch“ standen nämlich am Samstag, 19. März, in Berlin auf der Astrid-Lindgren-Bühne der Landesmusikakademie und führten die Ergebnisse ihrer künstlerischen Kooperation mit 60 Musikerinnen des Frauenblasorchesters Berlin (FBOB) auf. Mehr als 400 Zuschauer erlebten das Programm mit dem Titel „Weiblich – humorvoll – skurril“ und waren begeistert. Mit viel Applaus und drei Zugaben wurden Orchester und Tänzerinnen für ihre Arbeit belohnt. Zu Stücken wie „Pata pata“, „Palladio“ (Karl Jenkins) und „Libertango“ (Astor Piazolla) hatte Birgit Aßhoff Choreografien für ihre Tänzerinnen geschaffen. Ihr charakteristischer Stil ist die Verbindung von Elementen des Tanztheaters und des zeitgenössischen Tanzes, gespickt mit humorigen bis skurrilen Elementen. Das Markenzeichen der Tänzerinnen: Wanderschuhe und rote Stulpen. Besonders viele Lacher erntete das Tanzstück zur Titelmelodie von Miss Marple. Mit Kapotthütchen und alte-Damen-Handtaschen ließen die Tänzerinnen die energische englische Hobbykriminalistin auferstehen. Sowohl die Dirigentin des FBOB Astrid Graf als auch Birgit Aßhoff arbeiten mit Frauen, die dem Musizieren bzw. dem Tanzen in ihrer Freizeit frönen: zwei „bunte Haufen“, Frauen zwischen 13 und 70+, Profis und Halbprofis, Laien und Anfängerinnen. Und es ist gerade diese „Mischung“, die für den Betrachter einen großen Reiz ausmacht. Beide Gruppen verstanden sich auf Anhieb, die Paderbornerinnen wohnten zum Teil bei den Berliner Kolleginnen und wurden schon auf dem Berliner Hauptbahnhof lautstark empfangen. Einen kleinen Rückbezug zu OWL gab es aber schließlich doch, denn die Stadt Paderborn und die Stadt Lichtenau hatten Räumlichkeiten zum Proben für den „Wilden Aufbruch“ zur Verfügung gestellt. Für den Sommer 2012 hoffen alle auf einen gemeinsamen Auftritt in Paderborn, dann vielleicht wieder im Rahmen von „Tanz OWL“. Weitere Informationen im Programmflyer und unter www.tanz-owl.de