Auch junge Leute können Paten werden
Integrationsprojekt hat sich äußerst erfolgreich entwickelt
Das im Jahre 2007 von der KOMM.IN Arbeitsgruppe „Ehrenamt und Migration“ initiierte Modellprojekt „Oma und Opa sucht Migrantenfamilie“ ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Waren es anfangs zwei deutsche Senioren und zwei Migrantenfamilien, die zusammen gefunden haben, um beispielsweise soziale Kontakte zu pflegen und Unterstützung beim Spracherwerb zu geben, so sind es nun über 20 Migrantenfamilien, die gerne einen Paten an ihrer Seite haben würden. „Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man gegenseitig profitieren kann und der gegenseitige Kontakt sowohl für die Integration als auch den Abbau von kulturellen Unterschieden sehr hilfreich sein kann“, so Filiz Celik von der Integrationsagentur der AWO Paderborn und Mitglied in der KOMM.IN Arbeitsgruppe. Sie hat das Projekt von Anfang an mit betreut und aufgebaut und ist nun auf der dringenden Suche nach neuen motivierten Paten für die Migrantenfamilien. Im Rahmen der KOMM.IN-Arbeitsgruppe, welche Aufbauhilfe geleistet hat, ist das Projekt nämlich nun in die Selbstständigkeit verabschiedet worden. Claudia Graß vom Deutschen Roten Kreuz und Marco de Luca vom Paderborner Jugendamt stehen der Arbeitsgruppe vor und wollen zum Abschied dem Projekt noch ein letztes Mal etwas Schwung mit auf den Weg geben. „Es wäre schade, wenn so viele Migrantenfamilien den Kontakt zu deutschen Familien suchen, aber wir dem Bedarf nicht nachkommen können“, so Claudia Graß vom DRK. Aus diesem Grund hat sich die Arbeitsgruppe beraten und unterstützt das Vorhaben, nicht nur Senioren als Paten, sondern auch zum Beispiel Studenten und andere am Ehrenamt Interessierte für das Paten-Engagement zu begeistern. So können sich Studenten mit ehrenamtlichem Engagement ihren Lebenslauf aufpolieren, Berufstätige ihre interkulturellen Kompetenzen erweitern oder Hobbyköche ihre Kochkenntnisse um die anderer Kulturkreise erweitern. Gemeinsam wertvolle Zeit verbringen, voneinander lernen und sich gegenseitig zu unterstützen sind hier die Schlagworte für erfolgreiche Patenkontakte. Damit dies gelingt kümmert sich Filiz Celik weiterhin um die Kontaktanbahnung, bringt die richtigen Paten und Familien zusammen und begleitet sie. So auch im Falle der alleinerziehenden Mutter von Ilayda Akkaya (8 Jahre) und Ismail Akkaya (12 Jahre) und der jungen Patin Rachel Reißmeier (19 Jahre, Schülerin) geschehen, die inzwischen seit mehr als einem halben Jahr regelmäßige Patenkontakte pflegen. Ilayda und Ismail freuen sich sehr über das Engagement ihrer Patin und haben schon sehr viel Unterstützung unter anderem bei ihren Schulaufgaben bekommen. Gemeinsames Lesen und Hilfe bei den Hausaufgaben erleichtern der alleinerziehenden türkischen Mutter und deren Kindern den Alltag maßgeblich. Aber auch Rachel Reißmeier hat inzwischen viel über die andere Kultur lernen können und ist mit viel Spaß bei der Sache. „Der Hauptaspekt für mein ehrenamtliches Engagement ist, dass ich von der Familie auch einiges lerne. Ich bin sehr froh darüber, dass es zwischen den Kindern und mir so wunderbar funktioniert und wir uns sehr gut verstehen.“ So redet man manchmal auch über kleinere oder größere Sorgen und versucht sie gemeinsam aus der Welt zu schaffen. Alles Erfahrungen, die jeder machen kann und weshalb sich nicht nur Senioren, sondern auch jüngere Leute im Patenprojekt engagieren können. Interessierte Personen können sich bei Filiz Celik unter der Telefonnummer 05251/8787638 melden oder direkt bei der Integrationsagentur der AWO Paderborn, Leostraße 45, vorbeischauen.