Die Verglasung von Paderborner Bürgerhäusern im Laufe der Jahrhunderte
Werkstattgespräch am Sonntag (20. November) im Marstall
Am Sonntag, 20. November, um 11 Uhr lädt das Historische Museum im Marstall im Rahmen der Ausstellung „Lichtgewänder einer Kathedrale“ zu einem Werkstattgespräch in den Räumen der Sammlung Nachtmann ein. Dr. Joachim Kleinmanns von der Uni Karlsruhe, der 1997 eine Monographie über bemalte Scheiben in Westfalen veröffentlichte, und die Archäologin und Kustodin des Altertumsvereins Marianne Moser M.A., die zahlreiche der behandelten Fragmente ausgegraben hat, erläutern mit Fundstücken und Lichtbildern, wie die Verglasung von Paderborner Bürgerhäusern im Laufe der Jahrhunderte aussah. Die Baugeschichte des Paderborner Domes seit seinen Anfängen ist gut erforscht, die Mauerreste liegen gesichert unter dem heutigen Kirchenfußboden. Von seiner Fensterverglasung dagegen haben sich nur winzige Fragmente aus bestimmten Zeiten und auch nur wenige archivalische Nachrichten erhalten. Die mittelalterlichen Dome sind zu ihrer Zeit die bedeutendsten Bauwerke des Abendlandes. Hier entwerfen die besten Baumeister, hier finden sich die neuesten Bautechniken und die hochwertigsten Baumaterialien. Dies ist jedoch nur im Vergleich mit der Alltagsarchitektur des profanen Bereichs zu erkennen und dementsprechend zu würdigen. Mindestens seit dem 13. Jahrhundert waren gehobene Bürgerhäuser in Paderborn mit Glasfenstern geschmückt und gesichert. Durch die zahlreichen stadtarchäologischen Untersuchungen gibt es mittlerweile Flachglasfunde aus über acht Jahrhunderten. So kann ein vergleichsweise dichtes Bild der Fenstergestaltung im Profanbereich gezeigt werden. Auch in der Sammlung des Altertumsvereins befinden sich Wappenscheiben mit Hausmarke aus dem 18. Jahrhundert, die ebenfalls in der Ausstellung „Lichtgewänder einer Kathedrale“ ausgestellt sind.