Ein Kreisverkehr und drei Spenden

Paderborner in der polnischen Partnerstadt Przemysl zu Gast

© Stadt Paderborn

Przemysl/Der Verkehr an der vielbefahrenen Straße in Przemysl ruhte für zehn Minuten. Am großzügig ausgebauten Kreisverkehr dieser Hauptverkehrsader, die Polen mit der Ukraine verbindet, hatten der Stadtpräsident von Przemysl, Robert Choma, Paderborns Bürgermeister Heinz Paus und Karl Ernst Neumann für den Freundeskreis Paderborn-Przemysl Aufstellung genommen. Wenige Augenblicke später enthüllten sie ein Schild. "Rondo Paderborn" war darauf zu lesen. Auf der Insel dieses Paderborner Kreisverkehrs war aus Blumen das Paderborner Stadtwappen gepflanzt worden. "Es läuft rund in der Partnerschaft unserer beiden Städte", nahm Heinz Paus die Symbolik der Situation auf. "Wir haben gemeinsam viel erreicht und sind stolz auf unsere Freundschaft", gab ihm sein Amtskollege aus Przemysl Recht. Beide erinnerten in diesem schönen Moment jedoch auch an die Persönlichkeit, die so viel zwischen den beiden Städten möglich gemacht hat. "Wir vermissen Heidi Wernerus-Neumann so sehr, es ist so schmerzlich, dass sie das heute nicht mehr miterleben kann. Sie hatte sich darauf schon sehr gefreut", sagte Robert Choma sichtlich bewegt über die Präsidentin des Freundeskreises Paderborn-Przemysl, die kürzlich verstorben war. Er kündigte an, dass eine der zu dem Kreisverkehr führenden Straßen nach Heidi Wernerus-Neumann benannt werden soll. Beim Kurzbesuch einer Paderborner Ratsdelegation und einer Abordnung des Freundeskreises Paderborn-Przemysl waren es eine Reihe von Gesten, die deutlich machten, wie nah sich die beiden Städte stehen. Da war die Übergabe einer Spende von 906 Euro vom Freundeskreis Paderborn-Przemysl an die Behinderten- und Rehabilitationseinrichtung in Przemysl. Das Geld für das Heim, das der Paderborner Freundeskreis mitgegründet hatte, stammte wie in den vergangenen Jahren unter anderem von der Benefiz-Aktion der Heidekids sowie aus Spenden von Privatpersonen. Da war außerdem der Besuch der Paderborner Abordnungen im Wasser- und im Abfallwerk der Stadt Przemysl. Hier gab und gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) und dem Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebes Paderborn (ASP). Da war auch der Empfang im Rathaus, bei dem Paderborns Bürgermeister Heinz Paus einen Scheck von 500 Euro für die Behinderten- und Rehabilitationseinrichtung in der polnischen Partnerstadt übergab. Für eben diese Einrichtung war auch die Spende von Karl Ernst Neumann bestimmt. Bei der Trauerfeier für seine Frau hatte er Geld für diesen guten Zweck gesammelt. Dabei waren 5.000 Euro zusammengekommen. Alle Spenden sollen der Gestaltung der Außenanlagen der Einrichtung zugutekommen. Kulturell- kulinarischer Höhepunkt des Besuchs war sicherlich die Veranstaltung auf dem Marktplatz der polnischen Stadt. Neben zwei polnischen Musikgruppen trat dort auch der Paderborner Künstler Rene Madrid mit seiner Gruppe auf. Außerdem konnten sich die Besucher nicht nur über polnische Spezialitäten freuen, sondern auch Paderborner Originale genießen. Neben Paderborner Bier, Kürbis- und Kartoffelsuppe boten die vier mitgereisten Mitglieder des Landfrauen-Service auch Mettwurst und Schinken an. Bei einer Tombola gab es außerdem Souvenirs aus der Paderstadt zu gewinnen.