Paderborn isst gesund

Schulessen-TÜV bundesweit erstmals an vier Grundschulen

Rund 330 kleine Tischgäste können sich nun über Bestnoten für ihr Schulessen freuen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat bundesweit zum ersten Mal vier Paderborner Grundschulen für ihr Angebot einer vollwertigen Verpflegung mit dem "Schule+Essen=Note1-Logo" ausgezeichnet. Der TÜV für gesundes Schulessen ging an die Elisabethschule, Marienschule, Grundschule Sande und Neuhäuser Grundschule Josef. Die Schulen sind damit die ersten vier Grundschulen in Deutschland, denen diese Auszeichnung verliehen wurde. Die Stadt Paderborn hatte diese vier Schulen exemplarisch ausgewählt und plant, weitere Schulen zertifizieren zu lassen. Da besonders für Kinder und Jugendliche eine vollwertige Ernährung wichtig ist, erarbeitete die DGE den Qualitätsstandard für die Schulverpflegung und schafft somit Maßstäbe für eine ausgewogene Ernährung. Ein gesundheitsförderndes Speisenangebot reicht aber noch nicht um den „Ernährungs-TÜV“ zu bestehen, auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen, wie Räume, freundliches Ausgabepersonal oder Essenszeiten. Die vier Paderborner Grundschulen haben bewiesen, dass sie die Anforderungen der DGE bestens erfüllen. Prof. Dr. Helmut Heseker, Präsident des Wissenschaftlichen Präsidiums der DGE, überreicht den Schulen ein "Schule+Essen=Note 1"-Logoschild. „Mit der Umsetzung einer gesundheitsfördernden Verpflegung leisten Schulen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens und der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, erläuterte Prof. Dr. Helmut Heseker. Deshalb sei auch die Qualität der täglich verzehrten Mittagsmahlzeiten in der Schule von entscheidender Bedeutung. Ministerialdirigentin Dr. Bettina Hartwig vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft, und Verbraucherschutz sieht gesunde Ernährung als ein „ernst zu nehmendes Thema“, da eine falsche Ernährung Ursache für viele Krankheiten sein könne. Daher begrüßt sie, dass die vier Paderborner Grundschulen den Qualitätsstandard für die Schulverpflegung in die Praxis umsetzen und hofft, „dass künftig viele weitere Schulen dem Beispiel der Paderborner Grundschulen folgen.“ Auch Paderborns Bürgermeister Heinz Paus betont: „Das Verpflegungsangebot dieser vier Paderborner Grundschulen hat jedoch nicht nur für Nordrhein-Westfalen Modellcharakter, sondern bundesweit.“ Die Optimierung der Ernährung in den vier Ganztagsschulen wurde unterstützt durch das Projekt „Verpflegung in Paderborner Schulen (ViPaS)“. Es umfasst einen Arbeitsbereich, der sich seit dem Schuljahr 2009/2010 mit verschiedenen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung der Schulverpflegung Paderborn befasst. Das Schulverwaltungsamt der Stadt Paderborn setzt gemeinsam mit dem Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn und allen Beteiligten an der Schulverpflegung verschiedene Maßnahmen um, die die Strukturen, Prozesse und insbesondere das Ergebnis – die Mittagsverpflegung in den Schulen – in ihrer Qualität verbessern. Die ausgezeichneten Paderborner Grundschulen sind offene Ganztagsschulen, die eine Betreuung mit einer warmen Mittagsmahlzeit anbieten. Während der Mittagspause verzehren die Kinder in einer ruhigen Atmosphäre an familiären Kleintischen ihre Mahlzeit. Ziel ist es, eine gute Esskultur zu pflegen und ein gesundes Mittagessen schätzen zu lernen. Über das Angebot einer Mittagsmahlzeit hinaus gibt es je nach Grundschule weitere Angebote zur Förderung oder Freizeitgestaltung der Kleinen. Die Elisabethschule, Marienschule, Grundschule Sande und Grundschule Josef sind als Pilotprojekt anzusehen und gehen beispielhaft den ersten Schritt in Richtung ausgewogene Schulverpflegung. Auch weitere Paderborner Schulen, die bereits von dem „zertifizierten“ Essen der beteiligten Caterer "Esslust" und "Menüplan" beliefert werden, sollen Umsetzung und Audit durchlaufen.