Immobilien gefragt - Preise stabil
Stadt und Kreis Paderborn stellten Grundstücksmarktberichte vor
2011 war ein sehr kaufkräftiges und weitgehend preisstabiles Jahr für den Grundstücks- und Immobilienmarkt in der Stadt und im Kreis Paderborn. Das geht aus dem im Technischen Rathaus vorgestellten Grundstücksmarktberichten hervor. Die Vorsitzenden der Gutachterausschüsse bei Stadt und Kreis – Dipl.Ing. Johannes Leßmann und Dipl.-Ing. Axel Gurok -, der Abteilungsleiter der Bodenordnung und Grundstücksbewertung und stellvertretende Vorsitzende des Gutachterausschusses der Stadt Paderborn, Rainer Ahmann, sowie der Geschäftsstellenleiter des Kreises, Franz-Josef Brinkmann berichteten über die Marktentwicklung für bebaute und unbebaute Grundstücke und Eigentumswohnungen sowie die neuesten Umsatz- und Preisentwicklungen in Stadtgebiet und Kreis Paderborn im vergangenen Jahr. Im Gebiet der Stadt Paderborn sind die Verkäufe von Baugrundstücken für den Wohnungsbau von Ein- und Zweifamilienhäusern beziehungsweise Doppelhaushälften und Reihenhäusern deutlich gestiegen. Mit 196 Kauffällen konnte ein Umsatzwachstum von ca. 28 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2010 notiert werden. Im Kreisgebiet wurden weniger Kauffälle registriert, eine geringe Abnahme von etwa 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist zu verzeichnen. Die Preisentwicklung im Bauland ist 2011 weitgehend preisstabil geblieben. Lokal hat es geringfügige Preissteigerungen gegeben, vereinzelte Anpassungen an den Bodenrichtwerten in den Kernbereichen der Städte und Gemeinden im Kreis um +5 bis +10 Euro pro Quadratmeter sind zu verzeichnen. Damit konnte der Abwärtstrend im Preisniveau der letzten Jahre kreisweit gestoppt werden. Sowohl im Kreisgebiet als auch im Stadtgebiet von Paderborn stieg die Anzahl der Kauffälle für Gewerbebauland bei stagnierenden bzw. sinkenden Kaufpreisen. 2011 ist ein reger Handel mit Gewerbebaugrundstücken und ein deutlicher Anstieg der Kauffälle im Vergleich zu den Jahren 2009 und 2010 registriert worden bei praktisch unveränderten Preisen. Im Bereich der Autobahnanschlussstelle Mönkeloh und Sennelager mit Preisen von knapp 40 Euro pro Quadratmeter (inkl. Erschließungsbeiträge) befinden sich die günstigsten gewerblich nutzbaren Baulandflächen des Stadtgebiets. Für die höherwertigen Gewerbeflächen (Paderborner Straße, Südring, Frankfurter Weg) sind Richtwerte von knapp 90 Euro pro Quadratmeter ermittelt worden. Bei den Städten und Gemeinden des Kreises ist die Nachfrage nach Gewerbebauland gegenüber 2010 ebenfalls gestiegen. Insgesamt 38 (Vorjahr 25) Gewerbegrundstücke wurden gehandelt bei einem durchschnittlichen Preis von knapp 25,50 Euro pro Quadratmeter. Der Gewerbebaulandsektor wird hauptsächlich durch Verkäufe der Kommunen abgedeckt. Sowohl im Kreisgebiet als auch im Stadtgebiet sind die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen 2011 überwiegend leicht angestiegen. Im Stadtgebiet liegt der höchste Richtwert unverändert mit 3,80 Euro pro Quadratmeter im Bereich Elsen/Wewer. Im Kreis ist insgesamt ein Preisanstieg um rund fünf Prozent zu verzeichnen. Der durchschnittliche Ackerlandpreis liegt bei 2,23 Euro pro Quadratmeter. Im Innenstadtzentrum ergibt sich der höchste Bodenwert im Bereich der Westernstraße mit einer Höhe von 1.550 Euro pro Quadratmeter und der niedrigste Bodenwert im Bereich der Franziskaner-, Jesuiten- und Busdorfmauer in Höhe von 310 Euro pro Quadratmeter. Die Richtwerte sind auf eine Geschossflächenzahl von 1,8 normiert. Für den Teilmarkt 'Bebaute Grundstücke' sind ebenfalls positive Entwicklungen zu verzeichnen. Die Umsatzzahlen der Ein- und Zweifamilienhäuser weisen für das Stadtgebiet den höchsten Umsatz der vergangenen fünf Jahre aus. Gegenüber 2010 stiegen die Verkaufszahlen um rund elf Prozent, der Anteil von Neubauten am Gesamtumsatz beträgt ca. 17 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl von Grundstückskäufen mit Mehrfamilienhäusern von 127 Kauffällen im Jahr 2007 auf nunmehr 84 in 2011 gesunken. Grundstücke mit Gewerbe- und Geschäftsobjekten sind 2011 mehr als doppelt so oft gekauft worden wie zuvor. Auch gegenüber dem Vorjahr ist der Umsatz dieser Immobilienart gestiegen. Für das übrige Kreisgebiet ist ebenfalls ein reger Markt mit stabilen Preisen zu verzeichnen. Die Preise für neue Eigentumswohnungen (Erstkäufe) sind im Kreis- und Stadtgebiet stabil geblieben, bei gebrauchten Objekten (Weiterverkäufe) ergibt sich ein leichter (Kreisgebiet) bis deutlicher (Stadtgebiet) Preisanstieg. Das Preisniveau für Eigentumswohnungen in den Stadtteilen liegt bei Neubauten deutlich unter den Werten für die Kernstadt. Im Stadtgebiet wurden 60 Prozent mehr Eigentumswohnungen verkauft als im Vorjahr. Das Preisniveau von neuen Eigentumswohnungen im Kreis Paderborn liegt zwischen 1.600 EUR pro Quadratmeter bis 2.540 EUR pro Quadratmeter, das von gebrauchten Eigentumswohnungen bei rund 1.000 Euro pro Quadratmeter für ein mittleres Baujahr 1989. Der in den letzten Jahren im Kreisgebiet zu verzeichnende Preisrückgang von jährlich rund 2 Prozent ist damit vorerst gestoppt, 2011 war ein Preisanstieg von rund 2,5 Prozent zu verzeichnen. Die Richtwerte und der vollständige Grundstücksmarktbericht können in den jeweiligen Geschäftsstellen der Gutachterausschüssen von Stadt und Kreis eingesehen werden. Telefonische Anfragen sind möglich: Tel. 05251-881684 (Geschäftsstelle des Gutachterausschuss der Stadt Paderborn) und Tel. 05251-308933 (Geschäftsstelle des Gutachterausschuss im Kreis Paderborn).