Damit Paderborn besser rollt
Beim Innenstadtverkehrskonzept sind auch die Bürger gefragt
Wie kann der Verkehr in der Paderborner Innenstadt optimiert werden? Wie lässt sich die Innenstadt besser erreichen? Wie können Belastungen durch den Auto- und Wirtschaftsverkehr reduziert werden? Drei Fragen, die das Innenstadtverkehrskonzept beantworten soll. "Damit Paderborn besser rollt und damit auch die Innenstadt attraktiver wird, haben wir uns für ein solches Konzept entschieden", so Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn. Der Auftrag zur Erstellung des Integrierten Verkehrskonzeptes für die Paderborner Innenstadt wurde vom Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt im Dezember 2011 an das Büro Planersocietät – Stadtplanung Verkehrsplanung Kommunikation – in Dortmund vergeben. Seit Februar arbeiten die Dortmunder Verkehrsplaner daran. Das Konzept ist eine Maßnahme des vom Rat beschlossenen Integrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt Paderborn. Neben der Optimierung des Innenstadtverkehrs – übergreifend für alle Verkehrsmittel (Fuß, Rad, Auto, ÖPNV, Wirtschaftsverkehr), geht es auch um die bessere Erreichbarkeit der Innenstadt und eine höhere Aufenthalts- sowie Wohnqualität. Außerdem sollen mit Hilfe des Konzeptes Belastungen des Kfz-Verkehrs sowie des Wirtschaftsverkehrs reduziert und Straßen und Plätze aufgewertet werden. Das Konzept soll im engen Dialog mit der Politik, den Anwohnern und Geschäftsleuten, den Verbänden und Interessensvertretern sowie den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet werden. "Wer kennt die Stadt besser als die Bürger selbst, deshalb ist ihre Einbindung so wichtig", weiß Dr. Michael Frehn vom Büro Planersocietät aus Dortmund. Deshalb will das Büro, das dieses Konzept erarbeitet, frühzeitig den Dialog suchen. Zur Untermauerung der Ergebnisse sind zum Beispiel konkrete Befragungen von Passanten und Autofahrern auf den Parkplätzen und in der Paderborner Innenstadt sowie Zählungen des Kfz-Verkehrs und des Fuß- und Radverkehrs vorgesehen, die ab Anfang Mai beginnen sollen. "Wir würden uns freuen, wenn sich viele daran beteiligen", so Claudia Warnecke. Studierende werden fragen, wo die Innenstadtbesucher herkommen, zu welchem Zweck sie in der Innenstadt sind und welche Verbesserungsvorschläge sie zu einzelnen Themen haben. Geplant ist auch eine Meinungsabfrage zur Beurteilung der Verkehrsverhältnisse über das Internet, die Mitte Mai starten soll. Bis Ende Juni haben die Bürgerinnen und Bürger hier die Möglichkeit, Mängel und Verbesserungsvorschläge auf einer Karte einzutragen und Kommentare abzugeben. Am 11. Juni wird um 18 Uhr am Paderborner Rathaus zu einem Planungsspaziergang eingeladen. Dabei wollen Experten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern mögliche Themen und Probleme diskutierten. An etwa sechs bis sieben Stationen kann nach einleitenden Worten der Planer der Meinungsaustausch beginnen. "Durch die offene Diskussion an Problempunkten sollen Themen und Lösungsmöglichkeiten, Wege und Strategien erörtert werden", sieht Dr. Michael Frehn den Sinn eines solchen Spaziergangs. Mögliche Fragen dabei sind: Wie kann der Wirtschaftsverkehr zukünftig organisiert werden oder wie kann der Schülerbringverkehr in der Innenstadt besser geregelt werden? Welche Barrieren und Hindernisse gibt es für Radfahrer in der Innenstadt? Wie können die Straßen und Plätze aufgewertet und barrierefrei gestaltet werden und welche Geschwindigkeiten sind innerhalb der Innenstadt sinnvoll? Der Planungsspaziergang wird etwa zwei Stunden dauern. Anmeldungen dafür nimmt Thomas Jürgenschellert vom Stadtplanungsamt (per Mail an t.juergenschellertpaderbornde bzw. telefonisch: 05251-88-1366) entgegen. Der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt sowie weitere Institutionen werden in die Erarbeitung des Innenstadtverkehrskonzeptes über einen Runden Tisch eingebunden. Hier sollen Ziele und eine Gesamtstrategie für das Innenstadtverkehrskonzept entwickelt und diskutiert werden. Im Sommer soll dann anschließend ein Integriertes Verkehrskonzept erarbeitet und einzelne Maßnahmen vorgeschlagen werden. Im Herbst sind dann weitere Quartiers- und Bürgerforen mit den Bewohnern, Dienstleistern und Geschäftstätigen der Innenstadt geplant, bei denen dann die einzelnen Maßnahmen und mögliche Varianten für das jeweilige Quartier vorgestellt und diskutiert werden sollen.