Fast 38 Jahre für den Paderborner Sport aktiv

Sportamtsleiter Reinhard Rasch geht zum 1. Mai

© Stadt Paderborn

Als Reinhard Rasch 1974 die 10-Kilomter beim Paderborner Osterlauf in 31:36 Minuten gewann, sollte dieser sportliche Paukenschlag der Beginn einer Paderborn-Liebe für sein weiteres Leben werden. Der gebürtige Gütersloher begann im September des gleichen Jahres im Jugend- und Sportamt und wurde im August 1980 zum Leiter des Sportamtes bestellt. "Das war eine gute Entscheidung für ihn, denn bei der Stadtverwaltung lernte er seine Frau kennen, und es war auch eine gute Entscheidung für die Stadt Paderborn", sagte Vorsitzender Dr. Heinz Jürgen Tegethoff in der jüngsten Sitzung des Paderborner Sportausschusses bei der Verabschiedung von Reinhard Rasch. Nach fast 38 Jahren im Paderborner Sportamt tritt der 62jährige zum 1. Mai in die Freistellungsphase der Altersteilzeit ein. Das Sportamt wird ab 1. Juli als Paderborner Sportservice mit dem Schulverwaltungsamt zusammengelegt und von Christel Rhode geleitet. Reinhard Rasch habe einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass sich Paderborn zur Sportstadt entwickelt habe, so Tegethoff im Ausschuss. Er erinnerte an mehr als 50 Millionen Euro für Investitionen im Paderborner Sport. Es seien beispielsweise Tennenplätze in Kunstrasenplätze umgewandelt und viele Sporthallen und Schwimmbäder gebaut worden. Der Vorsitzende ging auch auf die außerordentlichen sportlichen Großveranstaltungen ein. Veranstaltungen, wie die Wimbledon-Revanche zwischen Stich und Courier im Sportzentrum 1991, der Challenge Day 1992 oder die Europäische Sportministerkonferenz in Schloß Neuhaus 1999 seien nur mit Hilfe des Sportamtes und damit von Reinhard Rasch möglich gewesen. Unvergessen dabei dürfte für den in Elsen wohnenden Sportamtsleiter die Begegnung mit dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter bleiben. Vom damaligen Innenminister Otto Schily hatte Rasch die Aufgabe bekommen, Blatter so lange wie möglich zu beschäftigen, damit der Schweizer Funktionär die Konferenz im Sinne von Schily nicht "störe". Rasch, der dafür den Dienstwagen von Schily bekam, hatte sich ein ausführliches Programm mit Empfängen am Flughafen, an der Uni, im Rathaus und vielem mehr ausgedacht. Blatter stieß erst danach und zwar nach dem offiziellen Teil zur Konferenz. Am Ende waren alle Beteiligten zufrieden. Der Vorsitzende des Sportausschusses betonte außerdem, dass Reinhard Rasch gefragter Fachmann auch in weiteren Gremien gewesen sei. 17 Jahre sei er im Vorstand des Bundesfachverbandes öffentlicher Bäder aktiv gewesen und viele Jahre auch beim Verein Pro Leistungssport. Als Trainer beim Leichtathletik-Club Paderborn habe er große Erfolge erreicht. So sei beispielsweise sein Schützling Thomas Sablotny zweimal Deutscher Crosslaufmeister geworden. Reinhard Rasch dankte dem Sportausschuss und seinem Vorsitzenden für die anerkennenden Worte. Er habe in den 38 Jahren seiner Amtszeit an etwa 320 Sitzungen teilgenommen und habe dabei stets die offene und vertrauensvolle Atmosphäre zu schätzen gewusst. Rasch kündigte an, dass er die ehrenamtlichen Vorstandsfunktionen bei der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen und bei Pro Leistungssport weiter ausüben wird.