„Sammlung Nachtmann“ im Historischen Museum im Marstall

Erweiterte Ausstellung zum 10-jährigen Jubiläum

Seit nunmehr zehn Jahren wird die „Sammlung Nachtmann“ im Marstall des Neuhäuser Schlosses gezeigt. Ein willkommener Anlass um die Ausstellung um zehn weitere Exponate zu erweitern. Die Pokale, Deckelpokale, Spitzkelche und das Flügelglas stammen aus der Zeit von Anfang bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Einige der „neuen“ Gläser haben Parallelen zum bisherigen Sammlungsbestand. In einer Kabinettausstellung, die von Robert Gündchen M.A. kuratiert wurde, sind diese Exponate nun erstmals öffentlich zu sehen. Die „Sammlung Nachtmann“ wurde im Dezember 2002 eröffnet und ist eine nicht nur in Westfalen einzigartige Schau von Antiken, Glas, Keramik und kulturhistorischen Objekten. „Hier handelt es sich um eine der bedeutendsten Privatsammlungen der Region, das ist jede Würdigung wert“, so Dr. Andreas Neuwöhner vom Kulturamt der Stadt. „Liebe – Jagd – Leidenschaft“ sind die Themen der Darstellungen auf diesen „neuen“ Gläsern. Sie zeigen, wie beliebt und beständig die Formen, Verzierungen und Gepflogenheiten waren. Die Funde aus der Schloßgräfte von Neuhaus belegen, dass diese Pokale und hochwertigen Gläser auch am bischöflichen Hof in Gebrauch waren. Schon in jungen Jahren interessierte sich Hans Joachim Nachtmann für die Archäologie und die Kunstgeschichte. Seine Faszination für die Objekte verband sich mit dem Bestreben, die Relikte der Vergangenheit zu sammeln und in historische Kontexte einzubinden. „Ich verbinde mit jedem einzelnen Stück eine Geschichte“, offenbart Nachtmann seine Sammelleidenschaft. Einen einzigartigen Einblick in die Kulturgeschichte der Residenz Neuhaus gewähren die zahlreichen Funde, die Nachtmann aus der Gräfte des Schlosses geborgen hat. Sie ergänzen und bereichern die hochwertigen Glas- und Keramikobjekte seiner Sammlung. Nachtmann ist dem Historischen Museum im Marstall schon seit vielen Jahren verbunden. Bereits im Jahr 1994 stellte er Objekte, die er bei seinen Forschungsgrabungen von 1980 bis 1993 in der Gräfte von Schloss Neuhaus geborgen hatte, dem Museum für eine Ausstellung zur Verfügung. Weitere Ausstellungsprojekte und Veröffentlichungen folgten. Im Jahr 2001 übergaben das Ehepaar Ingrid und Hans Joachim Nachtmann ihre umfangreiche kulturgeschichtliche Sammlung der Stadt Paderborn. Darunter finden sich auch herausragende Objekte wie ein Glasteller mit dem Bildnis des Dogen von Venedig (um 1750), ein Reichsadlerhumpen von 1661 oder eine Steinzeugkanne mit Herrscherporträts von 1589. Im Jahre 2002 entschied der Rat, die Sammlung in das Historische Museum einzubinden, so dass am 8. Dezember 2002 die Ausstellungsabteilung „Sammlung Nachtmann“ im Marstall eröffnet werden konnte. Ein besonderes Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und weiteren Veranstaltung wird das Jubiläum bis Anfang März 2012 begleiten.