Putz soll Stadttürme schützen
Mit dem Amt für Denkmalpflege in Münster abgestimmt
Der mittelalterliche Stadtturm an der Paderhalle hat ihn schon, der an der Jesuitenmauer soll ihn noch bekommen: den Putz, der das angegriffene Mauerwerk schützen soll. In Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege in Münster hat die Untere Denkmalbehörde bei der Stadt Paderborn diese Arbeiten beauftragt. Die Sanierung des stark durch Witterung geschädigten Außenmauerwerks der Stadttürme am Maspernplatz und in der Jesuitenmauer - beide Türme sind Bestandteile der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer - wurden einerseits aus denkmalpflegerischer Sicht zur Erhaltung der mittelalterlichen Bausubstanz erforderlich. Andererseits hat die Stadt an den Standorten der Türme die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Das wurde aufgrund der Schäden des Mauerwerks zuletzt immer schwieriger. Bruchstücke des Stein-, Mörtel- bzw. Putzmaterials fielen herunter und führten bereits zu kleineren Sachschäden. Im Hinblick auf die Verkehrssicherungspflicht und die vorangeschrittenen Schäden im Mauerwerk war es sinnvoll die notwendigen Arbeiten an beiden Türmen im Jahr 2012 zu beginnen und nicht auf das nächste Jahr zu verschieben. Die Firma Nüthen Restaurierungen GmbH aus Bad Lippspringe hat zunächst die Arbeiten an den vorgenannten Stadttürmen bis etwa Mitte Dezember ausgeführt. Während die Arbeiten am freistehenden Maspernturm an der Paderhalle mit dem von vornherein geplanten Schlämmputz bereits abgeschlossen werden konnten, werden sich die Sanierungsarbeiten am Mauerwerk des Hopheiturms an der Jesuitenmauer bis in den Frühsommer 2013 ausdehnen. Der Schlämmputz soll dabei das teilweise noch vorhandene mittelalterliche Mauerwerk schützten. Die von der Stadtarchäologie Paderborn durchgeführten Untersuchungen im Vorfeld der Sanierungsarbeiten und die Begehungen des Gerüstes unmittelbar vor Beginn der Arbeiten haben historische, reine Kalkputze und Mauerwerksflächen (ähnlich denen am Gaukirchenturm) belegen können. Diese werden im Zuge der Sanierung gesichert und so für nachfolgende Generationen erhalten. Bereits die Altvorderen haben um die Schwächen des hiesigen Kalkbruchsteinmaterials gewusst und deshalb das witterungsanfällige Material mit Kalkputzen geschützt und somit die Funktionstüchtigkeit der Stadtbefestigung über Jahrhunderte aufrechterhalten können. Das Mauerwerk am Hopheiturm ist in einigen Partien wesentlich stärker geschädigt und es müssen insgesamt mehr Steine ausgetauscht werden als am Maspernturm. Außerdem wurde Risse an den Nord- und Nord-Ost-Fassaden des Hopheiturms festgestellt. Diese durchziehen zum Teil das gesamte Mauerwerk. Die Risse müssen selbstverständlich unter Begleitung eines Sachverständigen ebenfalls (aufwendiger) saniert werden. Um die Sanierung der Türme noch nachhaltiger zu gestalten, wurde auf dem Maspernturm bereits ein flaches Dach aufgesetzt, welches das aufgängige Mauerwerk überragt und zusätzlich schützt. Auch am Hopheiturm ist die Ausführung eines Daches geplant. Hier soll voraussichtlich wieder ein steiles Kegeldach mit historischem Erscheinungsbild errichtet werden. Es ist seitens der Verwaltung beabsichtigt, den Kulturausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen aufgrund der teilweise gravierenden Schäden und der Befunde am Mauerwerk sowie des geplanten Turmhelmes auf dem Stadtturm in der Jesuitenmauer über den Stand der Arbeiten zu informieren.