Die Welt des Figurentheaters
32. Paderborner Puppenspielwochen
Vorhang auf zu den 32. Paderborner Puppenspielwochen. Vom 1. bis 18. März entführen zwölf Figurentheater, unter anderem aus Berlin, Hannover, Kiel, Lübeck und Duisburg und die beiden Lokalmatadoren Nelo Thies (Theater Texte Takte Borchen) und Robert Husemann (Paderborner Puppenspiele) in 25 Vorstellungen Erwachsene wie Kinder in die Welt des Figurentheaters. Eröffnet wird das Festival am 1. März um 19.30 Uhr auf der Hinterbühne der Paderhalle mit einer besonders spektakulären Produktion für Erwachsene: Im „Garten der Lüste“ nach dem Triptychon-Gemälde von Hieronymus Bosch spielt das Marc Schnittger Figurentheater aus Kiel mit fast lebensgroßen Figuren. Bei diesem Theaterprojekt über den Lockruf des Archaischen ist eine Gruppe bizarrer Gestalten in der Wildnis auf der Suche nach einem Ort, an dem die geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Ein Blick auf den Video-Auszug auf www.marcschnittger.de macht Lust auf mehr. Weitere Stücke des Erwachsenenprogramms von Gastbühnen sind der Musiktheaterklassiker „Im weißen Rössl“ (Hinterbühne der Paderhalle) in der Fassung der Berliner „Bar jeder Vernunft“ und „Die furchtlosen Vampirkiller“ nach Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ (in der Kulturwerkstatt). Robert Husemann hat an seinem Projekt „und alles wegen der Liebe“ weitergearbeitet und das Stück, das 2011 herausgekommen war, um ein paar Szenen gekürzt und um andere erweitert. Bei diesem Musik-Figurentheater spielt er nicht nur, sondern singt auch höchstselbst und live Lieder und Arien aus Oper, Operette und Musical. „Das ist eine enorme Herausforderung,“ gesteht er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich habe sogar Opernduette im Programm. Da unterhalten sich ein Bass und ein Tenor – und was in der Opern undenkbar wäre, geht im Puppentheater: ich spiele und singe beide Rollen. Meine Puppen und ich, wir machen keine Oper, sondern wir erzeugen einen ganz eigenen Puppentheater-Reiz.“ Als ob das nicht genug wäre, kümmert er sich auch ums Lokalkolorit, nimmt einerseits seinen „Paderborner Faust“ wieder auf und zeigt für Kinder „Pechvogel und Glückskind“ sowie „Die Prinzessin ist futsch“ und „Der Giftzwerg“ nach der Sage vom Teufelsfelsen auf den Externsteinen. Außerdem veranstaltet er die Aufführung „Dornröschen“ der Schatten- & Puppenbühne Kolja Liebscher aus Schleusingen. Außerdem nimmt er gemeinsam mit Nelo Thies und dem Musiker Eckhard Wiemann das Erfolgsstück „Der Froschkönig oder Unkonventionelle Methoden der Partnerfindung“ auf. Bei Nelo Thies, die traditionell die Puppenspielwochen nutzt, um ihre ganze Vielfalt zu zeigen, steht 2012 das Papiertheater im Mittelpunkt. Für die Allerkleinsten spielt sie „Minifee in der Papierwelt", für die etwas größeren Kinder „Geometrische Abenteuer“ und für Erwachsene „Schnittkante“. Außerdem hat sie „Manchmal hilft nur Firlefanz“ für Kinder ab 3 Jahren im Programm. Diana Siekaup und Christoph Gockel-Böhner vom Kulturamt der Stadt haben natürlich auch Gastbühnen mit Vorstellungen für Kinder eingeladen und dabei verschiedene Altersklassen und Genres bedacht. Zentrale Veranstaltungsstätte bleibt dafür wie immer die Kulturwerkstatt, wo auch die Nelo Thies und Robert Husemann spielen. Zwei Produktionen allerdings spielen „auswärts“, nämlich „Kleiner Vogel, flieg“ passenderweise im Naturkundemuseum im Marstall in Schloß Neuhaus. Aus diesem Stück für Kinder im Kindergartenalter über einen tapferen kleinen Vogel stammen auch die Vögel des diesjährigen Plakatmotivs. Auf der Hinterbühne der Paderhalle spielen zwei Puppen-Ratten und ein Streichquartett des Niedersächsischen Staatsorchesters „Haydn GEISTreich“ über Leben und Werk von Joseph Haydn. Aus der Märchenwelt sind „Der gestiefelte Kater“ und „Die Bremer Stadtmusikanten“ zu sehen sowie für Kinder ab 9 Jahren „Die kleine Meerjungfrau“. In dem Stück „Das Geheimnis der roten Ente“ erfahren die Kinder, dass eine rote Ente einem Jungen, der in die Fußballmannschaft möchte, ebenso helfen kann wie einem einsamen Lastwagenfahrer. Das heitere und phantastische Theaterstück „Die Glücksfee“ folgt frei dem Bilderbuch von Cornelia Funke. Spannend wird es, wenn „Die Kirschbaumbande“ einen Kriminalfall lösen muss. Das Familienmusical „Ritter Rost“ mit der Musik von Felix Janosa beeindruckt durch die frechen und unkonventionellen Lieder und nicht zuletzt durch seinen „wahren“ Helden. Für Theateranfänger gibt es die turbulente Reisegeschichte „Olifant fährt Eisenbahn“. Das Detailprogramm mit allen Zeiten, Orten und Eintrittspreisen gibt es im Internet unter www.paderborn.de und in einer Broschüre, die in der Stadt ausliegt. Wer möchte, kann sie unter Tel. 0 52 51 / 88 14 99 oder per Mail unter kulturamtpaderbornde anfordern. Der Vorverkauf im Paderborner Ticket-Center am Marienplatz, Tel. (05251) 2 99 75 0 hat begonnen.