Alkohol bleibt bei Jugendlichen ein Problem
Stadt Paderborn zieht erfolgreiche Bilanz ihrer Kontrollen zu Karneval
Alkohol bleibt bei jungen Leuten im Karneval ein Problem. Dieses Fazit zieht die Stadt Paderborn nach Kontrollen durch das Ordnungsamt, das Büro für Ordnung, Schutz und Sicherheit sowie das Jugendamt am Karnevalswochenende. Insbesondere die Vorglühaktionen von Jugendlichen auf Paderborner Stadtgebiet anlässlich des Scharmeder Karnevals brachten Erschreckendes zutage. Zwar habe man in einer konzertierten und erfolgreichen Aktion mit der Polizei und Ordnungsämtern des Kreises und aus Salzkotten dafür gesorgt, dass reichlich Alkohol vernichtet wurde und sicherlich die ein oder andere Alkoholleiche vermieden werden konnte, aber volltrunkene Minderjährige waren dennoch zuhauf anzutreffen. Auffällige Jugendliche wurden den Eltern übergeben. Bei einer Rangelei, der sich die Mitarbeiter von Ordnungsamt und Jugendamt der Stadt ausgesetzt sahen, musste die Polizei eingreifen. Besondere Sorgen macht sich der beim städtischen Jugendamt für den Jugendschutz Verantwortliche, Marco de Luca, auch wegen des Verhaltens und der Aussagen einzelner Jugendlicher. Einige junge Leute sind mit über zwei Promille getestet worden und kaum mehr zurechnungsfähig gewesen. Dazu seien einige noch nicht einmal ansatzweise ausreichend für die Temperaturen gekleidet gewesen. Zwei 17jährige teilten mit, dass ihnen der Schnaps von den Eltern besorgt worden sei, so hätten diese den Konsum ihrer Sprösslinge selbst in der Hand. „Hier frage ich mich manchmal, wo der Verstand einiger Eltern und der Jugendlichen geblieben ist. Das hat nichts mit feiern zu tun, das ist Lebensgefahr“, so de Luca weiter. Trotz der beschriebenen Umstände möchte das Jugendamt der Stadt Paderborn der großen Mehrheit der feiernden Jugendlichen ein Kompliment machen. Einsichtig und kooperativ hätten sich die meisten gezeigt. „Viele junge Menschen sind sich bewusst, dass dieses kollektive Vorglühen nur ein Ausnahme- und kein Dauerzustand sein könne“, so de Luca. Viele der Jugendlichen hätten anstandslos ihre verbotswidrig mitgeführten Getränke selbst entsorgt oder sich auch um ihre volltrunkenen Freunde gekümmert bis die Eltern kamen. Hier wünscht sich de Luca nach den Jahren des übermäßigen Alkoholgenusses endlich eine Wende hin zu einer gepflegten Feierkultur, angetrieben von den Jugendlichen selbst. Die Jugendlichen sollen sich endlich von Vorglühveranstaltungen und Komasaufen verabschieden und stattdessen Selbstbewusstsein und Charme zeigen. Vorgebeugter Gang, mit Körperflüssigkeiten und Mayonnaise zugeschmierte Kleidung und verwaschene Sprache passe einfach nicht zu Jugendlichen. Klar und deutlich sei hier auch anzumerken, dass auch Erwachsene in ebenso erbärmlichen Zustand unterwegs gewesen seien.