Wie wird Paderborn künftig wohnen?
Stadt will Handlungskonzept Wohnen in Auftrag geben
Wie wird Paderborn in Zukunft wohnen? Welche Rolle spielt dabei die Verdichtung der Bebauung? Sind Wohngebiete auf der grünen Wiese auch künftig sinnvoll? Fragen, auf die das Handlungskonzept Wohnen Antworten geben will. Das Stadtplanungsamt möchte jetzt erstmalig den Auftrag für ein solches Konzept vergeben, um Entwicklungsmöglichkeiten für den Wohnstandort Paderborn aufzuzeigen. "Mit dem Werk wollen wir einen Fahrplan entwickeln, der sich an den Grundsätzen der nachhaltigen Stadtentwicklung orientiert, auf die Stärkung der Innenstadt zielt und die Innenentwicklung klar favorisiert vor der Außenentwicklung", so Werner Wiepen vom Stadtplanungsamt, der sich mit diesem Thema befasst. Angesichts einer nach wie vor wachsenden Bevölkerung in Paderborn, Änderungen von Familienstrukturen und einer unter anderem durch die Demographie verursachten weiteren Differenzierung der Wohnungsnachfrage ist es sinnvoll, ein solches Konzept zu erarbeiten. Ziel der Wohnstandortentwicklung müsse es sein, insbesondere Fach- und Führungskräfte aus Forschung, Bildung und Wirtschaft durch entsprechende attraktive Wohnangebote an den Standort zu binden, so Wiepen. Bei der Weiterentwicklung des Wohnstandortes Paderborn sei eine Reihe von Grundsätzen zu beachten. So seien städtebauliche Qualität zu sichern und zu entwickeln, die Wohnraumsituation insbesondere für Familien zu verbessern, der Generationswechsel und die mögliche Nachnutzung britischer Kasernen im Stadtgebiet mit zu berücksichtigen. "Mit Blick auf das Potential an möglichen innerstädtischen Wohnstandorten ist bereits jetzt abzusehen, dass das Bauen auf der grünen Wiese in Zukunft die Ausnahme bleiben wird", ist sich Werner Wiepen sicher. Da es kurz-, mittel- und langfristig in Paderborn aber weiterhin einen beachtlichen Bedarf nach Wohnraum geben werde, spiele neben der Nachverdichtung auch der Neubau eine wichtige Rolle. Dabei gehe es jedoch um die Bereitstellung von kostengünstigem Bauland nach Möglichkeit in der Nähe der Infrastruktur und der Arbeitsplätze. Im Handlungskonzept Wohnen sollen neben der Kernstadt die Stadtteile Schloß Neuhaus, Elsen und Wewer untersucht werden. Die übrigen Stadtteile Sande, Marienloh, Benhausen, Neuenbeken und Dahl werden wegen ihrer andersartigen Siedlungsstruktur und geringerer Einwohnerdichte zwar statistisch aufgeführt, jedoch nicht weitergehend betrachtet.