Zukünftige Energiepolitik der Stadt Paderborn
Regionale Wertschöpfung
Der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt hat in seiner gemeinsamen Sitzung mit dem Haupt- und Finanzausschuss am 26. Juli über eine Marschrichtung der Windenergienutzung beraten, bei der regionale Wertschöpfung einerseits und hohe Akzeptanz der Windkraftanlagen andererseits im Fokus steht. In der gestrigen Sitzung wurde den Ausschüssen dazu ein Organisations- und Beteiligungsmodell vorgestellt, das bereits in vielen Kommunen zur Anwendung gekommen ist. Leitbild ist hier der „bäuerliche Bürgerwindpark“ – „bäuerlich“ als Synonym für die Grundstückseigentümer, bei denen es sich in der Regel um Landwirte handelt, „Bürger“ als Synonym für Anlieger und kommunale Projektunterstützer. Dieses Konzept sieht vor, dass diese beiden Seiten -Grundstückseigentümer, Anwohner und Projektunterstützer- sich unter Zuhilfenahme einer externen Moderation in einer Entwicklungsgesellschaft organisieren, um gemeinsam mit den Kommunen Windkraftstandorte zu entwickeln. Vorteile wären unter anderem: Die Wertschöpfung bliebe in der Region und über eine zonal abgestufte Nutzungsentschädigung könnte die Akzeptanz der Anlagen verbessert werden. Der Verwaltung wurde in der Sitzung grünes Licht gegeben, dieses Thema jetzt intensiver aufzubereiten - konkrete Vorschläge für die weiteren Handlungsschritte sollen erarbeitet werden. 2011 erklärte die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie und leitete damit die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien ein. Die Stadt Paderborn beabsichtigt diese Ziele der Bundesregierung durch eine Erweiterung der vor zwei Jahren festgesetzten Windkonzentrationszonen in Form der Bürgerwindparks zu bewerkstelligen. Paderborn als Pilotgemeinde für die Windkraftnutzung steht darüber hinaus heute vor dem Problem, veraltete Anlagen durch effizientere leistungsfähige Anlagen auszutauschen. Diesem so genannten Repowering stehen Festsetzungen in Bebauungsplänen oder im Flächennutzungsplan entgegen. Die Aufhebung von Bauleitplänen für die Nutzung effizienterer Anlagen könnte ebenfalls Aufgabe der vorgeschlagenen Moderation werden. Auf städtischer Fläche befinden sich derzeit ca. 50 Windkraftanlagen im Betrieb. Etwa Zweidrittel der Anlagen datieren aus den Jahren 2000 bis 2005. Zudem ist die Stadt Vorreiter in der Windenergienutzung mit den Flächen nahe dem Ortsteil Dahl und Benhausen.