Besuch aus Israel in Paderborn

Fruchtbarer Gedankenaustausch über Bildungs-Vergleich

© Stadt Paderborn

Seit 1991 sind die Städte Paderborn und Haifa ganz eng miteinander verbunden. Jetzt wurde die Freundschaft weiter vertieft: Bürgermeister Heinz Paus begrüßte im Rathaus eine israelische Delegation, die aus acht Pädagoginnen bestand. Begleitet wurde die Gruppe von Silvi Behm, der Leiterin der deutschen Abteilung des Beit-Rutenberg-Instituts. Das Thema in diesem Jahr lautete: Bildung im Vergleich der beiden Länder. Paderborns Stadtoberhaupt hob „die wirklich gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten“ hervor. In seiner Ansprache brachte er den Gästen die Geschichte und Gegenwart Paderborns näher, ging sogar auf die aktuelle Debatte um den Ganztagsunterricht in Deutschland ein, den es in Israel schon seit Jahren überall verbindlich gibt. Er sei sich sicher, dass die Pädagoginnen die in Paderborn gewonnenen Erfahrungen und Eindrücke in ihrem Heimatland vielfältig zum Ausdruck bringen werden. Um mehr über die Bildungsthematik in Deutschland zu erfahren, nahmen die Pädagoginnen aus der Hafenstadt Haifa die rund 3.000 Kilometer weite Reise auf sich. Im Rahmen des neuntägigen Aufenthaltes in Paderborn stand unter anderem der Besuch diverser städtischer Jugendeinrichtungen, der Sprachwerkstatt und des Meinwerk-Institutes auf dem Programm. „Einen anderen Themen-Schwerpunkt bildet natürlich immer das Judentum in Deutschland“, erklärt Oliver Boraucke, Mitarbeiter des Jugendamtes, und ergänzt: „So unternahmen die Fachkräfte in Paderborn zum Beispiel einen Stadtrundgang auf jüdischen Spuren unter der Leitung von Monika Schrader-Bewermeier, Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, mit anschließender Gedenkfeier am Mahnmal der ehemaligen Synagoge. Ein Besuch des jüdischen Friedhofs in Paderborn sowie eine Fahrt zur Gedenkstätte und des Dokumentationszentrums Bergen-Belsen gehörten ebenfalls dazu. Das Beit-Rutenberg-Institut führt ein derartiges Projekt wie mit Paderborn – es wird seit Beginn von Silvi Behm und Oliver Boraucke geleitet – auch noch mit anderen deutschen Städten wie Köln und Berlin durch. „Wenn ich jede Fahrt begleiten würde, wäre ich ja fast mehr Tage in Deutschland, als in meiner Heimat“, erzählt Silvi Behm, die in Münster Theologie studierte, in sehr gutem Deutsch: „Nach Paderborn versuche ich aber immer persönlich mitzukommen. Ich schätze das äußerst freundschaftliche Verhältnis zu Oliver Boraucke. Als Gruppe versuchen wir während unseres Aufenthaltes viel zu erleben. Es ist in Paderborn immer wieder eine besonders angenehme Zeit.“