Paderborner Fototage: Herlinde Koelbl kommt!

Ausstellung im Museum für Stadtgeschichte Paderborn

© Stadt Paderborn

Zu den Paderborner Fototagen, die am 16. Juni eröffnet werden, hat die bekannte Münchner Künstlerin und „Grande Dame“ der deutschen Fotografie, Herlinde Koelbl, ihr Kommen angekündigt. Ihre Fotoserie „Schlafzimmer der Welt“ wird im Museum für Stadtgeschichte gezeigt. Die in Lindau geborene und heute in München lebende Künstlerin ist eine der renommiertesten deutschen Fotografinnen und Dokumentarfilmerinnen. Erst mit 37 Jahren hat sie mit dem Fotografieren begonnen. 1976 schenkte ihr ein Freund ein paar Filme, mit denen sie ihre vier Kinder aufnahm. Schnell erkannte sie die Leidenschaft für das Medium und die Möglichkeit, Porträts mit einer ganz besonderen Aussage zu erschaffen. Koelbl ist eine der ersten Fotografinnen, die sich der männlichen Aktdarstellung gewidmet haben. In ihrem 1984 veröffentlichten Buch „Männer“ verbindet sie Sinnlichkeit und Aggressivität der Sexualität in der Darstellung des männlichen Körpers. Wenige Jahre später entstand die Fotoserie jüdischer Porträts. Die Künstlerin porträtierte weltweit jüdische Persönlichkeiten der deutschen Geistesgeschichte in Bildern und Texten. Herlinde Koelbl bezeichnet diese Erfahrungen als Markstein in ihrem persönlichen Leben: „In den Gesichtern habe ich soviel Spuren von einem schwierigen Leben entdeckt, soviel Traurigkeit, aber auch soviel Weisheit und Bescheidenheit.“ Die politische und wirtschaftliche Elite der Bundesrepublik Deutschland hielt die Fotografin ab 1991 in dem Zyklus Spuren der Macht fest. Es ist ihr bekanntestes Projekt. Über einen Zeitraum von acht Jahren hat Herlinde Koelbl am Beispiel von Politikern wie Angela Merkel, Gerhard Schröder und Joschka Fischer exemplarisch dokumentiert, wie ein Amt den Menschen psychisch und physisch verändert. Koelbls Projekte tragen eine eigenwillige und unverwechselbare künstlerische Handschrift. Couragierte Offenheit und eine schnörkellose Klarheit kennzeichnen ihren Stil. Oft erweitert sie ihre Ausdrucksformen mit den Medien Film und Video und gibt so ihrer Bildsprache eine zusätzliche Dimension. In ihren Bildern spürt man intensives Einlassen, erlebt intime Momente und ist fasziniert von der Eindringlichkeit ihrer Bildsprache. Herlinde Koelbl wird am 16. Juni bei der Eröffnung der zweiten Paderborner Fototage anwesend sein (geschlossene Veranstaltung). Wer sie dann persönlich kennenlernen möchte hat die Möglichkeit bei der Vernissage der Ausstellung „Schlafzimmer der Welt“ im Adam-und-Eva-Haus. Zur Eröffnung am Samstag, 16. Juni, 14.30 Uhr, wird dann Markus Runte, Leiter des Stadtmuseums und Kurator der Ausstellung, ein Gespräch mit Herlinde Koelbl führen. Die Schirmherrschaft über die Paderborner Fototage 2012 hat, wie auch 2010, erneut Landrat Manfred Müller übernommen. Weitere Informationen zu den Fototagen unter www.paderborner-fototage.de.