Bürgermeister ehrte Abiturienten
Festvortrag von Dr. Peter Freese
Dr. Peter Freese, ehemaliger Professor für Amerikanistik von der Universität Paderborn, schaffte es, bei der diesjährigen Ehrung der besten Abiturienten im großen Rathaussaal, mit einem beeindruckenden Motivationsvortrag, die junge neue Generation der Studenten und Auszubildenden mit viel Sprachwitz, Ehrlichkeit und Realitätsnähe auf die ersten großen Schritte ihres neuen kommenden Lebensabschnitts einzustimmen. Das kam genauso gut an, wie die Überreichung der Urkunden durch Bürgermeister Heinz Paus, der an diesem Abend die Schülerinnen und Schüler Paderborner Schulen für ihr hervorragendes Abitur auszeichnete. Auch die Ehrenringträger Paula Hermes, Dr. Margit Naarman, Josef Hackfort und Joseph Vögele waren eingeladen. Für die musikalische Motivation sorgten die Saxoholics. Gut 80 Gäste füllten den Rathaussaal, Schülerinnen und Schüler der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule, der Gesamtschule Paderborn-Elsen, des Goerdeler-Gymnasiums, den Gymnasien Theodorianum, Pelizaeus, Reismann sowie Schloß Neuhaus und St. Michael, die erfolgreichen Absolventen des Weiterbildungskollegs Abendrealschule, des Abendgymnasiums/ Hanse Kolleg, Westfalenkolleg. Sie lauschten zu Beginn dem humorvollen Vortrag von Dr. Peter Freese, der alle Anwesenden mit einer gehörigen Portion Authentizität beeindruckte und es schaffte, in der Kürze der Redezeit zu überzeugen: Er gratulierte den Absolventen herzlich und fügte an, dass es jetzt stetig so weiter gehen werde: Das „so genannte lifelong learning sei keine leere Phrase“ und ermutigte, dass man im Leben, im Beruf, im Studium, immer wieder neu beginnen müsse, sich auf ein stetes Auf und Ab einstellen könne. Er machte deutlich, dass wir alle, vor allem die junge neue Generation überaus privilegiert seien - und wir uns das immer wieder vor Augen halten sollten. Zudem müsse man „auf sich hören und Durststrecken überwinden lernen, mehr Frustrationstoleranz entwickeln“ – denn weiter gehe es immer, mit allen Freiheiten. Und genau diese sollte man ausnutzen: “Meine eigenen Erfahrungen und die vielfältigen Erlebnisse mit gereift und begeistert aus dem Ausland zurückkehrenden Studierenden lassen mich Ihnen mit allem Nachdruck ans Herz legen: Studieren Sie mindestens ein Semester im Ausland und planen Sie das, weil von der Bewerbung um einen Platz bis zum Reiseantritt mindestens neun Monate vergehen, so rechtzeitig wie möglich.“ Kritisch äußerte er sich gegenüber den neuen Medien. Was bringen einem 300 Facebook-Freunde, wenn man im echten Leben alleine ist und dort kaum Kontakte pflege. Die Kommunikation in der Realität, im Draußen, „sei eben nicht zu ersetzen,“ so Freese. Die vielen kleinen Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz – er hat 98 Semester lang an verschiedenen Universitäten in Deutschland, England, den USA und Ungarn gelehrt, mehrere Hundert Bachelor- und Masterprüfungen und über eintausend Staatsexamina abgenommen und zahlreiche Studierende promoviert sowie habilitiert - kamen an; genauso wie die Worte des Bürgermeisters, der sich nach der Überreichung der Urkunden wünschte, dass vielleicht eines Tages der zukünftige Bürgermeister aus den Reihen der hier Anwesenden kommen werde.