Baum-Skulptur soll vor dem neuen Bahnhof wachsen
Kulturausschuss einstimmig für Annahme des Sparda-Kunstpreises
Eine Baum-Skulptur des Berliner Künstlers Christian Hasucha soll vor dem neuen Paderborner Bahnhof wachsen. Das empfahl der Kulturausschuss der Stadt in seiner jüngsten Sitzung dem Rat, der darüber am 22. März darüber entscheiden wird. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um den Sieger des Sparda-Kunstpreises NRW 2012, den die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West der Stadt Paderborn schenken möchte. Mit seinem Entwurf einer „Apfelbaum-Skulptur“ überzeugte der Künstler Ende Februar eine aus Fachleuten und Vertretern der Stadt Paderborn besetzte Jury. Auf dem Bahnhofsvorplatz soll ein neues künstlerisches Wahrzeichen der Stadt entstehen: Auf einer Rasenfläche wird ein kleiner Apfelbaum gepflanzt; dieser wird eingerahmt von einer sechs Meter hohen und mehrere Meter breiten Baumschablone aus glänzendem Stahl. „Das Konzept überzeugt, weil Hasucha ein einfaches, aber prägnantes Bild kreiert hat, das der Hektik des Ankommens und Abfahrens einen Moment der Ruhe und Langsamkeit gegenüberstellt“, sagt Bürgermeister und Jurymitglied Heinz Paus. „Das Kunstwerk hat uns auch deshalb so gut gefallen, weil es sich durch das Wachsen des Baumes ständig verändert. Besucher, Reisende, Pendler erleben eine Art Natur-Uhrwerk“, erklärt Manfred Stevermann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank West, die Jurywahl. Verhältnis von Natur und Stadt Die Wettbewerbs-Jury, der Kunstexperten, Vertreter von Stadt und Sparda-Bank West angehörten, bewertete sechs Entwürfe von Künstlern. Mit Hasucha gewann ein Künstler den Wettbewerb, der seit mehr als 30 Jahren Werke für den öffentlichen Raum kreiert. So hat der gebürtige Berliner bereits über 50 sogenannte „Öffentliche Interventionen“ in ganz Europa initiiert. Etwa in Amsterdam, Budapest, Dortmund, Graz, Köln, London, Münster oder Rom installierte er Kunstwerke, die von kleinen Objekten wie einem betonierten Radio bis hin zu Nachbauten ganzer Zimmer reichen. Für Paderborn schuf Hasucha ein Werk mit der für ihn typischen Simplizität und Vieldeutigkeit. Es stellt einen „ästhetischen Bezug her zum Verhältnis von Natur und Stadt, zum Problem der Einengung und Zerstörung im urbanen Kontext“, heißt es in der Jurybegründung. Fast naiv erzählt das Werk vom Ursprung, Gedeihen und Altern eines Baumes; es lädt ein in einen Garten mit Obsternte und Lieblingsplätzen. Doch die Skulptur mit dem Titel „später sein wird“ konterkariert, hebt Grenzen auf, setzt auf Absurditäten und verleitet so zur Diskussion – auch weil sie künftig dem modernen, puristischen Neubau des Bahnhofs gegenüber steht. Bei der Sparda-Bank West ist man überzeugt: „Der Bahnhof als Tor zur Stadt wird durch das Werk aufgewertet“, sagt Ursula Wißborn, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Weil das genossenschaftliche Institut sich klar zur Stärkung der Bürgergesellschaft bekennt, fördert die Stiftung der Bank auch Kunst im öffentlichen Raum. „Installationen im urbanen Umfeld sind Kunst für alle. Sie sind leicht zugänglich, ziehen an, gestalten und sind damit für viele erlebbar“, sagt Wißborn. Seit 2006 wird der mit 100.000 Euro dotierte Sparda-Kunstpreis NRW vergeben – bislang wurden Wettbewerbe in Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Grevenbroich, Essen und Hagen durchgeführt. Warum Paderborn für den 7. Kunstpreis ausgesucht wurde, erläutert Sparda-Vorstand Manfred Stevermann: „Paderborn ist ein traditioneller und wichtiger Standort für uns in Ostwestfalen. Zudem hat sich die Stadt häufig für Kunst im öffentlichen Raum eingesetzt. Daher engagieren wir uns sehr gerne für die Menschen hier und die Region.“ Die Förderung der Bürgergesellschaft in NRW gehört zu den Prinzipien der genossenschaftlichen Sparda-Bank West. Diese Aufgabe übernimmt seit 2004 die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, indem sie wertvolle Projekte aus den Kernbereichen Kunst, Kultur und Soziales fördert, die einen Nutzen für die Gesellschaft haben und das Gemeinwohl nachhaltig und dauerhaft unterstützen. Allein 2011 wurden 42 Projekte, Aktionen und Vereine mit etwa 1,2 Millionen Euro gefördert. Die Sparda-Bank West ist ein genossenschaftliches Kreditinstitut für Privatkunden. Die Bank mit Hauptsitz in Düsseldorf betreibt 71 Filialen sowie spezialisierte ImmobilienFinanzCenter in fast ganz NRW. Dank verständlicher Finanz- und Vorsorgeprodukte, fairer Konditionen und freundlicher Beratung gewinnt das Kreditinstitut seit Jahren Marktanteile – Ende 2011 hatte die Kreditgenossenschaft 595.000 Kunden und eine Bilanzsumme in Höhe von 7,7 Milliarden Euro. Die Sparda-Bank West ist damit die drittgrößte Sparda-Bank und das fünftgrößte genossenschaftliche Kreditinstitut Deutschlands.