Handlungsplan für Kindertageseinrichtungen

Praktische Hilfe zum Schutz der Kinder

© Stadt Paderborn

Tragische Fälle von vernachlässigten oder misshandelten Kindern sorgen immer wieder für Aufsehen. Die frühen Anzeichen dafür zu erkennen und schnell zu handeln ist wichtig, um Schlimmeres zu verhindern. Bisher gab es in den Paderborner Kindertageseinrichtungen dafür kein einheitliches Verfahren. Das hat sich mit der flächendeckenden Einführung des „Handlungsplans zum Kinderschutz“ geändert. Die Idee zu dem Handlungsplan ist im Netzwerk „Kind & Familie im Zentrum“ des Bildungsbüros Kind & Ko der Stadt Paderborn entstanden. Zusammen mit pädagogischen Mitarbeitern aus den Kindertagesstätten im Stadtgebiet entwickelte das Bildungsbüro ein abgesichertes und einheitliches Verfahren, um bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung schnell reagieren zu können. In neun Kindertagesstätten wurde der Handlungsplan und eine entsprechende Checkliste mit 43 Fragen praktisch erprobt: eine Hilfe für die pädagogischen Fachkräfte, die sich im Alltag nicht mehr nur auf ihre Intuition verlassen müssen. Das Motto soll ab nun heißen: „Weg vom Bauchgefühl – hin zum systematischen Vorgehen“. „Es ist wichtig, dass niemand das Gefühl hat, alleine zu sein, wenn Anzeichen auftreten“, sagt Gabriele Mikus, Leiterin des Bildungsbüros und Miturheberin des Handlungsplans. Geschulte Kinderschutzfachkräfte von AWO, Caritas, Diakonie, Freiem Beratungszentrum und aus dem Jugendamt stehen deshalb als Ansprechpartner zur Verfügung. Hier können sich Einrichtungen anonym beraten lassen oder in ernsten Fällen eine direkte Meldung an den Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamts abgeben. In den jeweiligen Sozialbezirken werden alle Kitas in einer gemeinsamen Veranstaltung mit den zuständigen Mitarbeitern des Jugendamts und den Kinderschutzfachkräften über den Handlungsplan informiert. Die Moderation übernehmen dabei Mitglieder aus dem Netzwerk und dem Bildungsbüro. „Das Paderborner Frühwarnsystem zur Sicherung des Kindeswohls wird durch den Handlungsplan um einen abgestimmten und wichtigen Baustein ergänzt“, sagt Gabriele Mikus. „Er trägt damit zur Vernetzung der Träger und Einrichtungen im Bereich der Frühen Hilfen in Paderborn bei.“ Informationen zum Bildungsbüro Kind & Ko und zu Mitwirkungsmöglichkeiten im Internet: www.kindundko-paderborn.de oder telefonisch 05251 / 88 1576.