Kinderbildungshaus: Kinder aus Grundschule und Kindergarten präsentieren Theat …
Kinderbildungshaus: Kinder aus Grundschule und Kindergarten präsentieren Theaterstück
Mit Piratenhut und Augenklappe zu mehr Selbstbewusstsein
„Holla, die Piraten kommen!“ So lautete die Tanz-Theater-Inszenierung des Paderborner Kinderbildungshauses in der Stephanus Grundschule. Mädchen und Jungen der Schule, der Kindertagessstätte Fontane und des Familienzentrums NRW Lange Wenne spielten nicht nur gemeinsam Theater, sondern setzten Grundlagen des sozialen Lernens um. Unterstützt wurden sie von der aus Funk und Fernsehen bekannten Schauspielerin Astrid Hauke. Die Schauspielerin schlüpfte in die Rolle von Lieselotte Quetschkommode, die gemeinsam mit der Piratenbande Bilduha, gespielt von den Kindern, zur großen Seefahrt aufbrach und plötzlich von einem Unwetter überrascht wurde. Mann über Bord – war dann das Motto, und alle Jungpiraten waren angehalten für ihre Rettung einzustehen. Und das klappte nur, weil alle an einem Strang zogen. Mit viel Spaß und Begeisterung inszenierten die Kinder ihr eigenes Theaterstück. Das gut besuchte Schauspiel kam bei den anwesenden Eltern und Lehrern gut an. Am besten lernen Kinder soziale Kompetenz durch gemeinsames Erleben: „Piraten faszinieren Mädchen und Jungen in jedem Alter. Außerdem liegen die Ursprünge des sozialen Lernens in der skandinavischen Seefahrt. Erfolgreiches Segeln ist nur möglich, wenn Seeleute konsequent zusammenarbeiten. Das lässt sich auch auf unsere Theatertruppe übertragen“, erläutert die Schulsozialarbeiterin Elke Schweikert-Hollwedel. Kindergarten- und Grundschulkinder haben gemeinsam geprobt. Schauspielerin und Regisseurin Astrid Hauke: „Die Proben waren einfach klasse. Die Kinder sind selbstbewusst und rücksichtsvoll. Die Großen haben den Kleinen geholfen. Und die Kleinen haben die Großen mit ihrer Begeisterung angesteckt. Die Initiatorin der Veranstaltung Elke Schweikert-Hollwedel erklärt: „Soziale Schlüsselqualifikationen, wie das Arbeiten im Team sind beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule genauso wichtig wie gute Noten." Dabei gehe es um handlungsorientiertes und problemlösendes Lernen. „Was die Kinder heute als Pirat lernen, kommt ihnen später in der Schule und im Privatleben zu Gute. Ob nun Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, der Umgang mit Konflikten, Empathie oder die Fähigkeit zur Kooperation – ohne soziale Kompetenz kommen wir nicht weit“, betont sie. „Unsere Erfahrung zeigt, dass soziales Lernen präventiv ist. Wir vermitteln den Kindern Einfühlungsvermögen. Das kann Mobbing und Gewalt verhindern. Beim Tanz und Theater kommt es auf den Einzelnen an, aber das Ergebnis überzeugt nur in der Gruppe.“ Das Kinderbildungshaus ist als Modellprojekt in den Paderbornern Einrichtungen Stephanusschule, Kita Fontanen und FamZ. Lange Wenne angesiedelt. Ziel ist es, einen fließenden Übergang zwischen Kita und Grundschule zu ermöglichen. Auf die Vermittlung von sozialen Kompetenzen unter Berücksichtigung der individuellen Fähig- und Fertigkeiten wird besonders Wert gelegt. Jedes Kind erfährt eine genaue Beobachtung und Dokumentation der persönlichen Lernbiographie. Mit dem Projekt begonnen haben die Stephanusschule, die Kindertagessstätte Fontane und das Familienzentrum NRW Lange Wenne. Die wissenschaftliche Begleitung liegt bei der Universität Paderborn. Die Bürgerstiftung Paderborn, die Detmolder Peter Gläsel Stiftung und die Sparkasse Paderborn unterstützen das Kinderbildungshaus finanziell. Das Paderborner Kinderbildungshaus besitzt Modellcharakter für Nordrhein-Westfalen. Mehr Informationen unter: www.paderborn.de/kinderbildungshaus.