Die fast unbekannte Unterstützung
Bildungs- und Teilhabepaket für Familien
Beratung über die Möglichkeiten des so genannten Bildungs- und Teilhabepakets ist die Aufgabe von sechs Fachkräfte des Jugendamtes der Stadt Paderborn seit Jahresbeginn. Die Förderung aus diesem Paket steht allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 25 Jahre) zu, deren Eltern Arbeitslosengeld, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Sozialhilfe beziehen. In Anbetracht der immer noch geringen Ausschöpfung und Inanspruchnahme dieses Angebots soll deutlicher auf diese vielfältige Möglichkeit der finanziellen Unterstützung hingewiesen werden. Damit können Schulausflüge und Klassenfahrten bestritten oder Nachhilfeunterricht sowie Sport- und Freizeitaktivitäten in Vereinen zu ermöglicht werden. Willi Zenses, Koordinator des Bildungs- und Teilhabepakets für die Stadt Paderborn, weiß aus den Erfahrungen der zuständigen Sozialarbeiterinnen, dass es nicht leicht ist, einen Zugang zu den bedürftigen Familien zu finden. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Das liegt zum einen an fehlenden Kontaktdaten, die den Sozialarbeiterinnen nicht zur Verfügung stehen. Aus Gründen des Datenschutzes kann über Personendaten zudem keine Bedarfsermittlung erfolgen. Mit Unterstützung des Allgemeinen Sozialdienstes des Jugendamtes, den Schulen und Kindergärten wird aber weiterhin versucht, Kontakt zu den Berechtigten des Bildungs- und Teilhabepakets herzustellen. Kommt es zu einem ersten Kontaktaufnahme zwischen Sozialarbeiterinnen und Familien, die an einer Unterstützung interessiert sind, kann neben der Bedarfsermittlung für das Bildungs- und Teilhabepaket auch eine weitergehende Hilfestellung der Sozialarbeiterinnen erfolgen. „Es können sich durch den näheren Einblick und das Kennenlernen der Familien weitere Unterstützungsmöglichkeiten ergeben“, klärt Zenses auf. Die Aufgaben sind neben Beratung und Begleitung in der Antragsstellung auch die Vermittlung in passende Angebote oder die Weiterleitung an entsprechende Fachdienste. Empfänger sollen gezielt informiert und angeregt werden, Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets zu beantragen. Im Rahmen der Netzwerkarbeit werden der Bedarf und Angebote in enger Abstimmung mit Bildungsträgern, Vereinen, Jugendarbeit und Schulen ermittelt. “Wir möchten auch verstärkt Ansprechpartner für Sportvereine, Musikschulen und Ferienfreizeiten sein“, um die Koordination und Kontaktaufnahme auch auf dieser Ebene zu verbessern, erklärt Zenses. Damit mehr Kinder aktiv an den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit teilnehmen können. „Uns fehlt es zudem an Multiplikatoren“, erläutert Willi Zenses die Problematik. Damit sind Stellen und Mittel gemeint, die verstärkt Kontakt zur Zielgruppe herstellen könnten. In Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten werden die Leistungen des Paketes letztendlich umgesetzt, trotzdem hält sich die Inanspruchnahme und Clientengewinnung auf dieser Ebene eher in Grenzen. Die Sprechstunde zum Bildungspaket ist daher eine gute Möglichkeit, sich über dieses Angebot zu informieren. Jeden Donnerstag können sich Interessenten zwischen 11 und 13 Uhr im Jobcenter des Kreis Paderborn in der Rathenaustraße beraten lassen. Auskunft geben dort sozialpädagogische Fachkräfte und Mitarbeiter der Schulsozialarbeit des Kreises und der Stadt Paderborn.