Paderborn und Uni wachsen

Studie gibt belastbare Prognose für die kommenden Jahre

© Stadt Paderborn

Dass Paderborn als eine der ganz wenigen Großstädte in Deutschland in den kommenden Jahren noch wachsen wird, ist bekannt. Dass die Paderborner Universität ebenso wachsen wird, ist bislang weniger bekannt gewesen. Vor allem in den nächsten drei bis vier Jahren soll das geschehen und sich auch danach noch auf einem hohen Niveau von deutlich über 20.000 Studierenden bis 2025 bewegen. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die die Stadt Paderborn, die Universität, das Studentenwerk, der AStA der Universität jetzt vorstellten. Die Studie wurde vom Sozialforschungsinstitut "empirica" erarbeitet. Damit liegen jetzt repräsentative Angaben zum studentischen Wohnen in Paderborn vor, die für das gleichnamige Projekt von Stadt, Universität, Haus & Grund, Studentenwerk und AStA und auch für möglich Investoren von großer Bedeutung sind. Die Studie stellt fest, dass seit dem Wintersemester 2003/04 bis 2011/12 die Zahl der Studenten am Hochschulstandort Paderborn um 23 Prozent gestiegen ist und damit gegenüber dem Land (plus drei Prozent) und dem Bund (plus 18 Prozent) deutlich höher ausfiel. Diese überdurchschnittliche Steigerung machte sich auch auf dem Paderborner Wohnungsmarkt bemerkbar. Dort waren nämlich große Preisanstiege bei den unter 40 Quadratmeter (7.80 Euro pro Quadratmeter im zweiten Quartal 2012) und über 100 Quadratmeter Wohnungen (Wohngemeinschaften/5.50 Euro pro Quadratmeter zum gleichen Zeitpunkt im Bestand) auszumachen. Im Juli hatten die Experten 15.000 Fragebögen über das Internet an Studierende verschickt, von denen jetzt 1.149 ausgewertet wurden. Ergebnisse: Immer weniger Studenten sagen, dass die Wohnungssuche schnell und unkompliziert geht. Immer weniger Studierende finden Wohnraum in kurzer Zeit. Immer weniger Studierende sagen, dass ihre Miete günstig ist. Immer mehr Studenten müssen mehr für ihre Wohnung zahlen. Aussagen machen die Fachleute von "empirica" auch zur künftigen Entwicklung der Studentenzahlen und den damit zusätzlich benötigten Wohnraum. Im Minimum rechnen die Experten bis zum Wintersemester 2015/16 mit 22.600 und danach mit einem moderaten Rückgang, wobei 2025/26 mit etwa 19.400 Studierenden gerechnet wird. Im Maximum steigt die Zahl der Studierenden bis zum Wintersemester 2017/18 auf 23.950 und geht danach langsam zurück, beträgt 2025/26 aber noch knapp 21.000 Studierende. Nach diesen Zahlen wurde auch der zusätzlich Wohnraum für die Studierenden berechnet. Im Minimum geht die Studie davon aus, dass im Vergleich zu 2012 im Jahr 2015 zusätzlich 675 Wohnungen und 110 Wohnheimplätze nachgefragt werden. Im Maximum wird unterstellt, dass im Vergleich mit 2012 im Jahr 2020 zusätzlich 1.725 Wohnungen sowie 330 Wohnheimplätz nachgefragt werden. Dabei muss beachtet werden, dass parallel die Nachfrage nach kleineren Wohnungen, Apartments durch die allgemeine Nachfrage mehr und mehr angespannt ist.