Im nächsten Jahr entsteht Integrationszentrum beim Kreis
Jahreskonferenz "Integration" zog positive Bilanz in der Stadt
Der Kreis Paderborn wird im nächsten Jahr ein vom Land NRW gefördertes Kommunales Integrationszentrum einrichten. Das kündigte Landrat Manfred Müller in der Jahreskonferenz „Integration" der Stadt im Paderborner Rathaus an. Damit wird auch der seit Jahren in der Stadt Paderborn erfolgreich praktizierte KOMM-IN-Prozess eine neue Ausrichtung bekommen. "Die Stadt Paderborn und die Integration – das passt zusammen“, hatte Bürgermeister Heinz Paus zu Beginn der 9. Jahreskonferenz festgestellt. Das mache auch die große Resonanz mit fast 180 Experten und Interessierten bei dieser Konferenz deutlich. Er unterstrich, dass der Integrationsprozess weiterhin Motoren brauche, haupt- und ehrenamtliche. Dies sei umso wichtiger, da Paderborn weiterhin wachse. Vor Vertretern aus Verwaltung, Politik, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen, sozialen Diensten, Kindergärten, Schulen und Kirchen wurde im Verlauf der Veranstaltung die geplante Einrichtung des Kommunalen Integrationszentrums beim Kreis Paderborn diskutiert. Nach einem Vortrag von Isa Hümpfner vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW trafen Landrat Manfred Müller, Beigeordneter Wolfgang Walter, Integrationsratsvorsitzender Ayhan Demir und Jutta Vormberg als Sprecherin der Freien Träger in einer Podiumsdiskussion aufeinander. Als Fazit konnte festgehalten werden, dass auch nach der Einrichtung des Kommunalen Integrationszentrums intensive Abstimmungsprozesse mit den kreisangehörigen Kommunen erforderlich seien, da Integration schließlich vor Ort stattfinde. Die eigenständige Integrationsarbeit in den Städten soll nicht ersetzt, sondern ergänzt werden. Landrat Müller garantierte, die Stadt Paderborn, in der rund die Hälfte der Einwohner des Kreises leben, nicht zu benachteiligen. Ayhan Demir und Wolfgang Walter forderten die aktive Einbindung des gewählten Integrationsrates, den es nur in der Stadt Paderborn gebe. Eingangs hatte Verani Kartum vom Alevitischen Kulturverein e.V. einen umfassenden geschichtlichen Rückblick über das Alevitentum, einer Konfession des Islams, gegeben. Die Paderborner Gemeinschaft mit ihren rund 400 Mitgliedern engagiere sich in Austausch und Aufklärung, Musik, Tanz und Fußball. Für die Zukunft wünsche er sich ein alevitisches Gebetshaus in Paderborn. In der Abschlussrunde dankte Wolfgang Walter, wie zuvor auch Bürgermeister Paus, allen aktiven Akteuren im Integrationsprozess. Ein besonderer Dank ging an Marcus Heidebrecht, der das Integrationsbüro aufgebaut und die letzten Jahre geleitet hat. Er wird nunmehr im Schulverwaltungs- und Sportamt für die städtischen Sportanlagen und Bäder zuständig sein. Die Veranstaltung wurde durch zwei interkulturelle musikalische Beiträge, dem Spiel einer türkischen Langhalslaute und von afrikanischen Trommlern, umrahmt und endete mit einem Imbiss aus dem alevitischen Kulturkreis. Weitere Informationen im Internet unter der Adresse "www.paderborn.de/integration".