Ich vernichte keine Arbeitsplätze
Katharina Kreuzhage, künftige Theater-Intendantin nimmt Stellung
Paderborn. Stellungnahme von Katharina Kreuzhage, künftige Intendantin des Theaters Paderborn, zu Personalentscheidungen: „Insgesamt habe ich 20 Nichtverlängerungen ausgesprochen. Alle Betroffenen haben einen sog. Normalvertrag-Bühne und sind somit im engeren oder weiteren Sinne künstlerisch beschäftigt. Zehn dieser 20 Mitarbeiter haben einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag, den ich fristgerecht nichtverlängert habe. Sieben Mitarbeiter davon waren nur mit einem Ein-Jahres-Vertrag ausgestattet worden, die ich nur deshalb noch einmal ausdrücklich nichtverlängert habe, weil der Justiziar des Bühnenvereins mir vehement dazu geraten hat. Hier ging es darum, eventuelle Rechtsunsicherheiten zu vermeiden. Drei Verträge von Mitarbeitern aus dem künstlerisch-technischen Bereich sind ebenfalls nicht verlängert worden. Der Grund für die Nicht-Verlängerungen liegt im Intendantenwechsel. Alle anderen Verträge künstlerischer Mitarbeiter, und das sind weitere 9 Mitarbeiter, habe ich verlängert bzw. einen neuen Vertrag angeboten. Weitere, z.T. auch in Leserbriefen genannte Namen von Schauspielern und Regisseuren sind überhaupt nicht Mitglied der Stammbelegschaft, sondern haben Teilspielzeitverträge oder Gastverträge für die aktuelle Spielzeit, über die ich überhaupt nicht zu befinden hatte. In Zahlen zusammengefasst heißt das: Es geht nicht um 23, sondern um 20 Nicht- Verlängerungen, von denen 13 von mir selbst unmittelbar veranlasst sind. Drei dieser Mitarbeiter arbeiten im technisch-künstlerischen Bereich, alle betroffenen Mitarbeiter sind (und das nicht ohne Grund) mit künstlerischen Verträgen ausgestattet. Dass von 62 Mitarbeitern eines Theaters beim Intendantenwechsel 13 nichtverlängert werden, ist verglichen mit anderen Theatern, wenig. Am Staatstheater Stuttgart wurden zum Beispiel gerade alle künstlerischen Mitarbeiter im Zuge des Intendantenwechsels nichtverlängert. Ich bestreite nicht, dass das für die betroffenen Mitarbeiter hart ist und natürlich ist mir bewusst, dass Nichtverlängerungen nicht immer auf Verständnis stoßen, das war zuletzt bei den Intendantenkollegen in Greifswald und aktuell in Bonn nicht anders. Und ich bedauere, dass durch die unvermeidlich kurze Darstellung in der Presse anscheinend der Eindruck entstanden ist, ich plane Massenentlassungen. Zum Verständnis des gesamten Vorgangs finde ich noch zwei Dinge wichtig: Ich vernichte keine Arbeitsplätze - jede dieser Stellen wird von einem neuen Mitarbeiter besetzt. Auch muss man sich auch vor Augen führen, dass bisher durchschnittlich 4-5 künstlerische Mitarbeiter pro Jahr das Theater verlassen haben. Ich kann allerdings auch nicht verhehlen, dass die zum Teil unsachliche Diskussion mich kränkt. Ich leite in Aalen seit einigen Jahren sehr erfolgreich und sozialverträglich ein Theater und habe es trotz der beschränkten finanziellen Mittel in der Theater-Bundesliga platziert. Natürlich will ich auch in Paderborn das hohe Niveau des Theaters festigen und ausbauen.“