Internationaler Aktionstag gegen die Todesstrafe

Stadt Paderborn unterstützt Initiative

© Stadt Paderborn

Am 30. November findet auch in diesem Jahr auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio der internationale Aktionstag „Cities for life – Städte für das Leben“ gegen die Todesstrafe statt. Die Aktion ist vor zehn Jahren ins Leben gerufen worden. Mittlerweile ist die Zahl der beteiligten Städte auf fast 1.500 in 87 Ländern gestiegen. Auch die Stadt Paderborn unterstützt diese Kampagne. Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60.000 Mitgliedern in 70 Ländern der Welt und engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen im Kampf gegen die Todesstrafe. Mit öffentlichen Gesten und Veranstaltungen wird der Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe in den teilnehmenden Städten zum Ausdruck gebracht. In Deutschland sind in diesem Jahr sogar 147 Städte mit im Boot, wie beispielsweise Berlin, Hamburg, Stuttgart, Mönchengladbach, Schwerin, Bremen, Weimar, Bielefeld und Konstanz. Die Stadt Paderborn wird im Zentrum der Innenstadt ein Zeichen setzen und am Aktionstag das Rathaus anstrahlen lassen. Die Paderborner Firma enjoy übernimmt die Lichtinstallation auf dem Rathausplatz. Zusätzlich wird mit einem Protestbanner am Rathausgebäude auf den Kampf gegen die Todesstrafe aufmerksam gemacht. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mitglieder von Sant’Egidio pflegen weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele im persönlichen Einsatz. Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie de facto nicht mehr an - nur eine Minderheit von 58 Staaten übt diese Praxis noch aus. In den vergangenen 14 Jahren, seit die Gemeinschaft Sant’Egidio eine besondere Kampagne mit einem Appell für ein weltweites Moratorium durchführt, hat sich das Zahlenverhältnis zwischen den Ländern mit und ohne Todesstrafe umgekehrt. Auf globaler Ebene erscheint die Tendenz zur Abschaffung der Todesstrafe mittlerweile unumkehrbar. Trotzdem gibt es noch besorgniserregende Absichten, wie beispielsweise die Hinrichtung von Jugendlichen in einigen Ländern. Daher sind Engagement und Aufmerksamkeit gegenüber diesem Thema immer noch weltweit gefordert. Für die bereits 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant’Egidio bisher ca. 5,5 Millionen Unterschriften gesammelt. Am 2. November 2007 wurde ein erster Teil der Unterschriften dem Präsidenten der UNO-Vollversammlung, Srgiam Kerim, übergeben. Im Dezember 2007 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum ersten Mal in der Geschichte mit großer Mehrheit eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet. Im Dezember 2010 wurde an gleicher Stelle mit 109 Ja-Stimmen zum dritten Mal eine solche Resolution mit dem Ziel einer vollkommenen Abschaffung der Todesstrafe verabschiedet. In diesen Wochen ist eine weitere Abstimmung über diese Resolution vorgesehen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://nodeathpenalty.santegidio.org/en.aspx.