Paderborn spielt jetzt Champions League
Paderstadt ist 100. Fair-Trade-Town Deutschlands
"Paderborn, man glaubt es kaum, Paderborn wird Fair-Trade-Town". Die Zeilen aus dem Lied von Erwin Grosches Gruppe "Flamingos" brachten es am Samstagvormittag im Paderborner Rathaus auf den Punkt: Paderborn wurde als 100. Fair-Trade-Town in Deutschland anerkannt. "Zwar spielt Paderborn beim Fußball in der zweiten Liga, als Fair-trade-Town spielen Sie aber jetzt in der Champions League gemeinsam mit Städten wie Barcelona, Madrid oder London", zog Dieter Overath, Geschäftsführer von FAIRTRADE Deutschland einen Vergleich zum Fußball. Paderborn bekam gemeinsam mit 20 weiteren Städten die Auszeichnung. Overath erinnerte daran, dass die Stadt mit ihren großen Firmen von der Globalisierung lebe. Viele Arbeitsplätze seien abhängig vom Handel in der Welt. "Unser Wohlstand besteht auch daraus, dass wir Produkte in die Welt liefern", so Overath. Vieles aus der Welt, insbesondere was aus der dritten Welt komme, decke unsere Tische. Es sei wichtig, hier auch für einen fairen Handel zu sorgen, damit die Erzeuger auch davon leben könnten. Dieter Overath überreichte im Anschluss an seine Ausführungen die Anerkennungsurkunde an Bürgermeister Heinz Paus. Paus hatte zuvor die knapp 100 Anwesenden im Rathaus begrüßt. Darunter waren neben dem Kulturpreisträger Erwin Grosche, die Ehrenringträger Dr. Margit Naarmann, Günter Bitterberg und Josef Hackfort sowie der stellvertretende Bürgermeister Dietrich Honervogt. Paus erinnerte an den erfolgreichen Weg der offiziellen Bewerbung, die sich auf ein breites Feld von Fair-Trade-Aktivitäten in der Stadt stützen konnte. Nach einem entsprechenden Ratsbeschluss sei die Steuerungsgruppe sehr aktiv gewesen. Hier lobte der Bürgermeister neben Schulen, Initiativen, Läden und Universität auch die Arbeit von Christiane Boschin-Heinz aus seinem Referat, die die Arbeit der Steuerungsgruppe von Seiten der Stadt koordinierte. "Wir wollen, dass Produkte aus dem fairen Handel in Paderborn eine Chance haben, dass ein Teil dessen, was wir bezahlen, bei den Erzeugern ankommt", sagte Heinz Paus. Er dankte insbesondere auch dem Paderborner Einzelhandel für seine Offenheit gegenüber dem Thema. Als einen wichtigen Zwischenschritt, dem weitere folgen müssen, bezeichnete abschließend Dietrich Honervogt die jetzt erreichte Etappe. Er forderte alle auf, sich weiter für das Thema stark zu machen und die weiteren Schritte aktiv mitzugehen. Vor dem Paderborner Rathaus konnten sich am Samstag die Passanten an Ständen ein Bild davon machen, welche Fair- Trade-Aktivitäten in Paderborn laufen. Dort gab es neben verschiedenen Waren auch den fair gehandelten Kaffee der Paderbohne. Diese hatte auch Erwin Grosche vor Augen, als er im Rathaus den Wunsch äußerte, dass die Paderbohne in noch mehr Paderborner Wohnungen Einzug halten solle. "Sie ist wie die Paderborner selbst: schwarz, kraftvoll und unnahbar."