Bürgermeister begrüßt Schiedspersonen
Schiedsfrau Tigges-Mettenmeier verabschiedet
Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verletzung des Briefgeheimnisses, Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung oder vermögensrechtliche Streitigkeiten – viele dieser Dinge bleiben den meisten Bürgerinnen und Bürgern in der Regel erspart. Sollten uns diese Ereignisse doch einmal berühren, sind der Anruf beim Anwalt und der unliebsame Gang in den Gerichtssaal nicht unbedingt die erste und einzige Möglichkeit der Einigung. Dafür gibt es, das erstmals 1877 in die deutsche Strafprozessordnung aufgenommene Schiedsamt - eine ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit zur Streitschlichtung in sogenannten weniger wichtigen strafrechtlichen und nachbarschaftsrechtlichen Angelegenheiten. Auch die Stadt Paderborn hat Schiedsfrauen und –männer im Ehrenamt, die jetzt von Bürgermeister Heinz Paus begrüßt wurden. Der Rat der Stadt hatte diese bereits im Mai wiedergewählt. Zugleich beendet Schiedsfrau Barbara Tigges-Mettenmeier nach 11-jähriger Tätigkeit ihr Ehrenamt. Das Paderborner Schiedsamt wird in Zukunft nur noch von drei Schiedsleuten ausgeführt: Brigitte Drüke, Reinold Otto und Jörg Cremer, die sich gemeinsam mit dem Bürgermeister herzlich bei ihrer scheidenden Kollegin für ihr freiwilliges Engagement bedankten. „Ich weiß ihre Tätigkeit sehr zu würdigen“, so Paus, der als Jurist mit den Gegebenheiten vertraut ist. Im Durchschnitt bearbeite jede Schiedsperson zehn Fälle pro Jahr. Die Weiterbildung im Bereich der Mediation aber vor allem die eigene persönliche Menschenkenntnis seien in dem Ehrenamt oft eine gute Hilfe, so die Schiedsleute. „Man begegnet in dieser Funktion unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, das ist sehr wertvoll,“ berichtet Barbara Tigges-Mettenmeier von ihren gesammelten Erfahrungen. Nicht selten handele es sich um Nachbarschaftsstreitigkeiten entlang der Grundstücksgrenze. Immer wieder würden sich auch verletzte Gefühle und Missverständnisse hinter den Anschuldigungen verbergen. Sodass der eigentliche Ursprung oft woanders zu suchen sei. „Wenn man es schafft, auch diese Fassade aufzudecken und die streitenden Parteien zusammenzuführen, ist das für eine Schiedsperson ein tolles Gefühl“, so Barbara Tigges-Mettenmeier.