Junger Besuch aus Qingdao

Heinz Paus empfängt chinesische Austauschschüler des Gymnasiums Schloß Neuhaus

© Stadt Paderborn

Die Städte-Kooperation mit dem chinesischen Qingdao ist für Paderborn eine sehr nutzbringende Institution. Schon seit neun Jahren besteht die Verbindung nach Fernost, durch die neben Wirtschaft und Kultur vor allem die Jugend beider Seiten profitiert. Bisher waren es vor allem Studenten, die von der Chinesisch-Deutschen Technischen Fakultät in Qingdao zur Universität Paderborn kamen, oder umgekehrt. Seit kurzem haben auch die Schüler des Gymnasiums Schloß Neuhaus die Möglichkeit, durch ein Austauschprogramm interkulturelle Erfahrungen zu sammeln. Im vergangenen Jahr reisten zum ersten Mal Schüler aus Paderborn nach China. Momentan befindet sich nun eine Gruppe von der Middle-School Nr. 39 aus Qingdao zum Gegenbesuch in der Stadt. Zwölf Tage lang dauert ihr Deutschlandbesuch. Dabei haben die Schüler bereits so manches erlebt. Neben der Zeche Zollverein, dem Heinz-Nixdorf-MuseumsForum, und dem Freilichmuseum Detmold standen auch Besuche des Hochseilgartens Paderborn und des Safariparks Stukenbrock an. "Die Kultur der Region und NRWs zu vermitteln, ist für uns sehr wichtig. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz", berichtet Tessa Bremenkamp, Studienrätin am Gymnasium Schloß Neuhaus und Organisatorin des China-Austauschs. Die Reise der Gruppe führte vergangenen Mittwoch auch ins Historische Rathaus der Stadt. Dort empfing Bürgermeister Heinz Paus die Schüler gemeinsam mit der Tanzgruppe IRUÑA TALDEA aus Paderborns Partnerstadt Pamplona, welche anlässlich des Besuchs eines regionalen Tanzvereins ebenfalls zu Besuch in der Paderstadt war. In einem bunten Sprachenmix aus Deutsch, Englisch, Spanisch und Chinesisch lernten die Besucher vielerlei über die Geschichte und Kultur Paderborns. Die Schülergruppe aus Qingdao wird noch bis zum 26. August in Deutschland bleiben. Ihre Erwartungen an Land und Leute wurden mehr als erfüllt, erzählt Tessa Bremenkamp. Bis auf eine: "Die Chinesen kamen mit einer langen Liste an technischen Gerätschaften und Gegenständen hierher, die sie in Deutschland kaufen wollten. Bis wir ihnen gezeigt haben, dass überall 'Made in China' darauf steht. Seither kaufen sie bevorzugt Taschenmesser oder ähnliches. Also Dinge, von denen sie sicher sind, dass sie von hier stammen", erzählt sie mit einem Lachen. Zwei Tage werden die Schüler auch noch in Berlin verbringen, um ihre Deutschlandreise zu komplettieren. Im Oktober dieses Jahres wird dann die nächste Gruppe Paderborner Gymnasiasten nach Qingdao reisen. Daraus soll sich im Laufe der Zeit eine feste Tradition entwicklen. Dafür lernen die deutschen Schüler bereits jetzt. Die Teilnahme an einem wöchentlich stattfindenden Chinesisch-Kurs ist für die Austauschjugendlichen Pflicht. Und das erscheint auch ratsam, wollen die Schüler bei ihrem Besuch in Qingdao die Produkte mit der Aufschrift 'Made in China' meiden.