Wenn die Arbeit mit Kindern zum Traumberuf wird
Künftige Erzieher bei der Stadt Paderborn berichten
"Eine Arbeit mit Kindern ist für uns eine fröhliche Arbeit", sind sich Anna-Christine Schleicher (23) und Marcus Nietzsch (24) einig. Deshalb haben sie sich auch für den Beruf der Erzieherin/ des Erziehers entschieden. Anna-Christine Schleicher arbeitet in der städtischen Kindertagesreinrichtung „Spielwiese“ in Schloß Neuhaus und besucht das Edith-Stein-Berufskolleg. Hier werden zwei Klassen, a 50 bis 60 Personen, zu staatlich geprüften Erzieherinnen und Erziehern ausgebildet. Schleicher befindet sich im nunmehr letzten Jahr ihrer Ausbildung, im sogenannten Anerkennungsjahr für Erzieherinnen und Erzieher. Das Anerkennungsjahr ist mit einem Praxisjahr vergleichbar, hier lernen die Azubis das im Berufskolleg erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen. Die Ausbildung zum Erzieher/ zur Erzieherin umfasst drei Jahre, die ersten zwei davon werden, abgesehen von den Praktika die während dieser Phase vorgesehen sind, hauptsächlich in der Berufsschule abgehalten. Im letzten Jahr, eben in jenem Anerkennungsjahr, müssen sich die angehenden Erzieherinnen und Erzieher für eine Kindertageseinrichtung bewerben und dort als Vollzeitkraft arbeiten. Für Anna-Christine Schleicher war schnell klar, dass das Arbeiten mit Kindern ihr Traumberuf ist. „Es ist ein abwechslungsreicher und kreativer Beruf, jeder Tag ist anders und somit kommt nie Langeweile auf. Außerdem ist es schön, die Entwicklung der Kinder mitzuerleben“, so Schleicher. Ihr Einsatzort, die Kindertageseinrichtung Spielwiese, ist eine relativ große Einrichtung in welcher 2 bis 6-jährige in vier Gruppen eingeteilt sind. Sie beherzigt das offene Raumkonzept, das heißt, es gibt eine Gruppeneinteilung. Jede Gruppe bietet verschiedene Lernwerkstätten an, zum Beispiel eine Lernwerkstatt für Sprache,- und Kommunikation, und die Kinder können, je nach Interessengebiet und nach Rücksprache mit dem Personal, auch mal die Gruppe wechseln. Auch Marcus Nietzsch entschied sich nach einem Jahr Praktikum in einer Kindertageseinrichtung diese Richtung dauerhaft einzuschlagen. Der gebürtige Niedersachse arbeitet im „Kinderhaus am Lippesee“ in Sande, geht auf das Helene-Weber-Berufskolleg und macht eine Erzieher Ausbildung mit Abitur, die deshalb auch vier anstelle der üblichen drei Jahre umfasst. Der Grund: Nach der Ausbildung möchte Nietzsch mit einem Studium beginnen für das er sein Abitur benötigt. „Ich wollte jedoch erst einmal eine Ausbildung machen um Geld zu verdienen und etwas „Handfestes“ zu haben. Außerdem macht mir die Arbeit mit Kindern großen Spaß“, weiß Nietzsch. Auch er beschreibt die Arbeit mit dem Nachwuchs, deren Entwicklungen und Fortschritte man mitbekommt, als eine abwechslungsreiche und erfüllende Arbeit. Im „Kinderhaus am Lippesee“ arbeiten neben Nietzsch zwölf Erzieherinnen, 57 Kinder im Alter von 0-6 Jahren sind in drei Gruppen untergebracht. Die ersten beiden Gruppen sind gemischt, die dritte Gruppe ist ausschließlich für 2 bis 6-jährige gedacht. Dadurch, dass es keine Alterstrennung gibt, kann jeder mit jedem spielen. Durch dieses Konzept sollen vor allem kleinere von größeren lernen und sich nicht immer nur auf die ganz großen, also das Personal, fixieren. Im „Haus der kleinen Forscher“ können die Kinder das erste Mal mit wissenschaftlichen Themen in Berührung kommen. Auch heute noch gilt der Beruf des Erziehers/der Erzieherin als ein eher typisch weiblicher Beruf. Männliche Vertreter in dieser Branche sind eher eine Besonderheit. In Paderborn widerlegen lediglich ca. fünf Erzieher dieses Klischee. Auch Nietzsch musste am Anfang gerade von Seiten der Eltern der Kinder gegen Skepsis und Misstrauen kämpfen. „In meinem Freundeskreis wurde ich nicht belächelt, weil ich einen typischen Frauenberuf ausübe, aber gerade die Väter der Kinder im Kindergarten beäugten mich erst einmal mit Skepsis; so nach dem Motto: Kann der das überhaupt? Von meinen Kolleginnen oder den Kindern bekomme ich allerdings durchweg positives Feedback“, sagt Nietzsch. Die Voraussetzungen für die Erlernung des Ausbildungsberufes zur Erzieherin/zum Erzieher sind ein Fachabitur oder eine vorausgegangene Ausbildung als Kinderpfleger/in. Außerdem wird es gern gesehen, wenn der Bewerber bereits Erfahrungen in jenem Bereich durch etwaige Praktika nachweisen kann. "Man sollte ohnehin vorher mal ein Praktikum machen um zu wissen, ob einem die Arbeit mit Kindern überhaupt liegt und Spaß macht“, sind sich Anna-Christine Schleicher und Marcus Nietzsch einig. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es durch Fortbildungen, die Bezahlung steigt nach Jahren an. Viele ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher bilden sich auch durch ein Studium der sozialen Arbeit oder der frühkindlichen Bildung weiter, um anschließend als Leiter/in von Kindergärten oder im Jugendamt und in Jugendtreffs zu arbeiten. Interessierte an einem Praktikum im Anerkennungsjahr können sich noch bis zum 27. September beim Haupt-und Personalamt der Stadt Paderborn, Ansprechpartner Christoph Hesse, christoph.hessepaderbornde und Waltraud Thöne, w.thoenepaderbornde, bewerben.