Auf dem Weg zur Inklusion

Rat und Verwaltung gaben Auftakt im Paderborner Rathaus

© Stadt Paderborn

14,6 Prozent der in Paderborn lebenden Menschen sind schwerbehindert. Das sind etwa 21.500 Menschen. Diese Zahlen aus dem Statistischen Jahrbuch des Kreises Paderborn aus dem Jahr 2011 nannte Norbert Liekmeier. Der Behindertenkoordinator der Stadt Paderborn machte in der Auftaktveranstaltung zum Thema "Inklusion" deutlich, dass sich Paderborn sehr frühzeitig den besonderen Interessen dieser Menschen gestellt hat. Bei der Sitzung im Paderborner Rathaus, an der neben Ratsmitgliedern auch Vertreter der Paderborner Stadtverwaltung teilnahmen, verwies Liekmeier darauf, dass die Stadt bereits 1979 einen Arbeitskreis für Behindertenangelegenheiten gebildet hatte. Dieser sei 1995 zum Behindertenbeirat aufgewertet worden. Ab 1999 habe dann der Ausschuss für Soziales, Senioren und Behindertenangelegenheiten die Aufgaben wahrgenommen. Liekmeier erinnerte außerdem daran, dass seit 1999 eine ehrenamtliche Jury tätig ist, die öffentliche Gebäude und Einrichtungen hinsichtlich der Berücksichtigung der Belange der Behinderten begutachte mit dem Ziel, konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dass Inklusion eine Daueraufgabe sein wird, machte Bürgermeister Heinz Paus eingangs der vom Sozialdezernenten Wolfgang Walter moderierten Veranstaltung deutlich. Die Stadt sei hier nicht allein Akteur, sondern sie müsse einen Prozess mit vielen Beteiligten in Gang setzten, so Paus. "Wir müssen noch besser werden, als wir in vielen Teilen schon sind", schätzte er den Stand der Dinge ein. Anregungen dafür holten sich die Anwesenden an diesem Nachmittag von Dr. Christof Stamm vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW. Stamm stellte unter dem Motto "Eine Gesellschaft für alle - NRW inklusiv" den Aktionsplan der Landesregierung vor. Dieser sei bis 2020 angelegt und bündele die Maßnahmen der Landesregierung zur Umsetzung der von den Vereinten Nationen verabschiedeten Behindertenrechtskonvention. Der Plan habe vier Kernelemente: eine neue Kultur des inklusiven Denkens und Handelns, die Beteiligung der Menschen mit Behinderungen, die Normprüfung sowie Aktionsfelder und Maßnahmen. Über Paderborner Erfahrungen und Perspektiven auf dem Weg zur Inklusion berichteten im Anschluss Petra Erger, Leiterin des Jugendamtes der Stadt Paderborn, Rainer Gaukstern, stellvertretender Leiter des Schulverwaltungsamtes, sowie Margit Hoischen, Leiterin des Straßen- und Brückenbauamtes. Als Schwerpunkte in der Jugendhilfe machte Petra Erger die Integration in den Kindertageseinrichtungen, die zunehmende Öffnung der Angebote sowie die Finanzierung von Integrationshilfen aus. Auf die Inklusion im Schulbereich unter anderem mit dem gemeinsamen Unterricht in der Primarstufe und den integrativen Lerngruppen in der Sekundarstufe I ging Rainer Gaukstern ein. Über das Handlungskonzept barrierefreie Innenstadt sprach Margit Hoischen. Neben einer ausführlichen Datenerfassung, Expertengesprächen und Stadtrundgängen sei ein Mängelkatalog erarbeitet worden, aus dem jetzt Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, so Hoischen.