Paderborn überzeugt durch freiwilliges Engagement
Erfahrungswissen für Initiativen
„Ich will etwas bewegen, ich kann etwas tun.“ Diese Gedanken beflügelten sicherlich schon einige der Paderborner Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren. Denn was wäre Paderborn ohne die 30.000 im freiwilligen Engagement tätigen Bürgerinnen und Bürger. Sie sind es, die mitgestalten, etwas bewegen. Laut Freiwilligensurvey, die quantitative Erhebung zum bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland, sind nochmal 30.000 Menschen bereit sich ehrenamtlich zu engagieren. Um Informationen und Freude am Engagement zu vermitteln fand am 23. April eine Informationsveranstaltung zum freiwilligen Engagement im Rathaus statt. „Sie sind hier im Rathaus genau am richtigen Ort.“ So herzlich wurden die rund 140 interessierten Bürgerinnen und Bürger im Historischen Rathaus durch Michael Kramps, Seniorenbüro der Stadt Paderborn, begrüßt. Eingeladen hatten die Stadt Paderborn, der Marktplatz für Bürger-Engagement und weitere ehrenamtliche Initiativen und Projekte. Im Rathaus konnten sich alle Interessierten über konkrete Angebote der praktischen Mitarbeit im freiwilligen Engagement und über das Qualifizierungsangebot der EFI-Ausbildung informieren (EFI = Erfahrungswissen für Initiativen). Auch in diesem Jahr bietet die Stadt Paderborn, in Zusammenarbeit mit dem Marktplatz für Bürger-Engagement und der VHS einen achttägigen kostenlosen Qualifizierungskurs an, in dem Interessierte lernen können selbstständig und eigenverantwortlich eine ehrenamtliche Initiative zu gründen. Das EFI-Programm reagiert auf den demografischen Wandel. Noch nie wurden so viele Menschen so alt wie derzeit in Deutschland. Gleichzeitig zerbrechen traditionelle Familienstrukturen, weil der Arbeitsmarkt der jüngeren Generation berufliche Mobilität abverlangt. Andererseits sind die meisten der rund 1,5 Millionen Deutschen, die alljährlich in den Ruhestand gehen, erst Anfang 60. Hinter EFI stecke der Gedanke, dass die Erfahrungen und das Wissen der Generation 60plus nicht brach liegen dürfen, sondern der Gemeinschaft zugutekommen müssen, erklärt Michael Kramps, Leiter des Seniorenbüros: „Einer Gemeinschaft von Jüngeren und Älteren, aber nicht mehr so sehr verwandtschaftlich verbunden, sondern eher nachbarschaftlich oder quartiersbezogen.“ Das EFI-Programm sei in Paderborn so gut angenommen worden, dass die Stadt sich entschlossen habe, es auf eigene Kosten fortzuführen. Das bedeute die Ausrichtung von Kursen, die künftige „Efis“ dazu qualifizieren sollen, neue Projekte zu gründen oder herauszufinden, wo und wie sie sich in bereits bestehenden EFI-Projekten oder traditionellen Wohlfahrtsorganisationen engagieren können. Das sei jedem selbst überlassen. Es herrsche das Selbstbestimmungsprinzip, sagt Michael Kramps. „Ich tue etwas für andere und fühle mich dadurch selbst bestätigt. Und ich kann dabei jederzeit entscheiden, ob ich vom Zeitaufwand her lieber ein Leuchtfeuer oder ein Teelicht sein möchte.“ Informationen zum Qualifizierungskurs erhalten Interessierte bei Verena Rüthing, Seniorenbüro, der Anlaufstelle für freiwilliges Engagement unter 05254/88-1255 oder bei Annette Bechthold im Marktplatz für Bürger-Engagement unter 05251/882053 – oder im Internet auf www.paderborn.de/marktplatz-ehrenamt.